Ärzte Zeitung online, 29.04.2014

Bundestag

Grüne wollen Auskunft über Grippemittel

Die Grünen-Fraktion im Bundestag will von der Bundesregierung wissen, wie sie neue Berichte über zwei Neuraminidasehemmer bewertet. Auskunft begehrt sie auch, ob die Empfehlungen für die Bevorratung mit den Grippemitteln angepasst werden sollten.

NEU-ISENBURG. Die Bundestagsfraktion der Grünen will von der Bundesregierung wissen, seit wann ihr Zweifel an der Wirksamkeit der Neuraminidasehemmer Tamiflu® und Relenza® bekannt gewesen sind und was daraufhin unternommen worden ist.

Anfang April wurden Studien veröffentlicht, die nahelegen, dass die Wirksamkeit beider Medikamente geringer ist als bisher angenommen.

In der parlamentarischen Anfrage wollen die Grünen-Abgeordneten ebenso wissen, ob die Bundesregierung weiterhin der Auffassung sei, dass Tamiflu® und Relenza® "geeignete Mittel" darstellen, um im Falle einer Pandemie die Bevölkerung zu schützen.

Ebenso wollen die Grünen über das weitere Vorgehen der Bundesregierung bei der Bevorratung beider Medikamente informiert werden. Auch soll die Bundesregierung darüber Auskunft geben, was mit den derzeitigen Vorräten für die beiden Medikamente geschehen soll.

"Mit unserer Anfrage wollen wir dazu betragen, dass nicht erneut aufgrund wissenschaftlich bezweifelter Empfehlungen seitens der Weltgesundheitsorganisation und des Robert Koch-Instituts antivirale Medikamente angeschafft werden", erklärte Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft der Grünen-Fraktion.

Man wolle daraufhin wirken, dass in den nationalen Pandemieplänen die Empfehlungen der Behörden für die staatliche Bevorratung mit diesen Medikamenten korrigiert werden, so Schulz-Asche weiter. (bee)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »