Ärzte Zeitung online, 20.02.2017
 

Niedersachsen

Hilfe aus Strukturfonds wirkt

In Niedersachsen kann in diesem Jahr die Neubesetzung von 26 Vertragsarztsitzen gefördert werden. Die Bilanz für 2016 zeigt, dass die Unterstützung via Strukturfonds wirkungsvoll ist.

Hilfe aus Strukturfonds wirkt

Schwierige Suche: Hier hilft der Strukturfonds.

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Von Christian Beneker

HANNOVER. Die KV Niedersachsen (KVN) hat zur Unterstützung der vertragsärztlichen Versorgung die Fördergebiete für das Jahr 2017 neu ausgeschrieben. Gefördert werden dringend zu besetzende Vertragsarztsitze.

Insgesamt sollen 26 Hausarztniederlassungen in Niedersachsen Geld aus dem Strukturfonds erhalten. Auf Antrag können bis zu 60.000 Euro gewährt werden, in einigen Regionen gibt es zudem eine Umsatzgarantie. 2016 floss erstmals Geld in die Niederlassungsförderung.

Die Initiative soll Ärzte aufs Land locken. Gefördert werden aus einem Strukturfonds Investitionskosten, die mit dem Erwerb und der Ausstattung einer Praxis oder der Anstellung eines Arztes zusammenhängen – mit einmalig bis zu 60.000 Euro. Gefördert werden auch Investitionskosten, die dem gleichen Ziel bei einer Zweigpraxis dienen. Hier beträgt die Zuwendungshöhe bis zu 30.000 Euro.

Strukturfonds flexibel einsetzbar

Die Fördergebiete werden nach der aktuellen und künftig zu erwartenden Versorgungslage jährlich im Frühjahr neu festgelegt. Die KV und die Krankenkassen zahlen jeweils je 0,1 Prozent der Gesamtvergütung in den Strukturfonds ein. Das sind über vier Millionen Euro jährlich. "Die KV kann die Finanzspritzen ohne bürokratische Hürden gezielt dort anbringen, wo sie dringend benötigt werden", sagt Dr. Jörg Berling, stellvertretender KV-Chef. Die KV knüpft mit dem Strukturfonds an die Förderung im vergangenen Jahr an. "Die Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung über den Strukturfonds zahlt sich aus – im vergangenen Jahr haben wir bereits 20 freie Arztsitze neu besetzt. Das ist Hilfe, die wirkt", sagt Vorstandschef Mark Barjenbruch.

Insgesamt hat es 2016 eher die erfahreneren Ärzte in die Praxen gelockt. Bei den sechs geförderten Praxisübernahmen lag das Durchschnittsalter der neuen Chefs bei 49 Jahren, bei den sieben Neugründungen bei 48 Jahren. Die beiden Einsteiger in etablierte Praxen waren zu diesem Zeitpunkt im Schnitt 44 Jahre. Die fünf neuen angestellten Ärzte waren durchschnittlich 41 Jahre alt.

1,1 Milllionen Euro Förderung

Besonders profitiert von den Neuniederlassungen oder Anstellungen haben Patienten rund um Bremerhaven. Dort haben sich in den vergangenen Monaten vier Hausärzte niedergelassen. Je zwei Hausärzte konnten mit der Finanzspritze in die Regionen Buxtehude, Cloppenburg, Meppen, Nienburg, Nordenham und Sulingen gelockt werden. Jeweils ein Hausarzt hat sich in Harburg Nord, Walsrode und im Wolfsburger Umland niedergelassen, ein Kinder- und Jugendpsychiater im Emsland. Für elf dieser Praxen gab es zusätzlich für zwei Jahre eine Umsatzgarantie. Die Summe der Investitionskostenförderung betrug 2016 rund 1,1 Millionen Euro.

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