Ärzte Zeitung, 21.06.2010

Kommentar

Hoppenthallers Hausarztpraxis XXL

Von Jürgen Stoschek

Große Hausarztpraxen, in denen zehn und mehr Ärzte tätig sind - mit einem solchen Konzept will der Bayerische Hausärzteverband jetzt den Medizinischen Versorgungszentren und Ärztehäusern Paroli bieten. Verbandschef Dr. Wolfgang Hoppenthaller sucht dafür bayernweit Mitstreiter, Hausärzte also, die bereit sind, sich zu großen Gemeinschaftspraxen zusammenzuschließen.

Das Vorhaben ist nicht nur ambitioniert, sondern auch zukunftsorientiert. Spannend wird sein, ob sich ein solches Projekt rasch in die Realität umsetzen lässt. Die Vorstellung, ohne Not die eigene Praxis von heute auf morgen aufzugeben, um in ein großes Zentrum umzuziehen, wird vermutlich die wenigsten Hausärzte begeistern. Große Hausarztpraxen, die nach diesem Modell arbeiten, haben sich ihre Position in der Regel über viele Jahre geschaffen.

Und dennoch: Der Bayerische Hausärzteverband setzt mit seiner Initiative ein Zeichen. Die Zukunft gehört sicher den Kooperationsformen unterschiedlichster Art. Dafür sprechen nicht nur wirtschaftliche Gründe. Die Zusammenarbeit mit mehreren Kollegen in der Praxis fördert auch die fachliche Arbeitsteilung und kann so zur Lebensqualität beitragen. Ein Argument, das eine wichtige Rolle spielt.

Lesen Sie dazu auch:
Bayern will Gegengewichte zu MVZ schaffen

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