Berufspolitik

Bayern will Gegengewichte zu MVZ schaffen

Der Bayerische Hausärzteverband will Prototypen großer Gemeinschaftspraxen fördern und damit MVZ Paroli bieten.

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MÜNCHEN (sto). Weil Medizinische Versorgungszentren und Ärztehäuser den Hausärzten in Einzel- und kleinen Gemeinschaftspraxen zunehmend zu schaffen machen, will der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) Gegengewichte schaffen.

Geplant seien mehrere Prototypen großer Gemeinschaftspraxen, in denen sich zehn bis 20 bereits niedergelassene Hausärzte zusammenschließen und so die Versorgung das ganze Jahr über sicherstellen, erklärte BHÄV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Hoppenthaller. Mit solchen Modellen solle den von der Industrie, von Aktiengesellschaften und Kassen finanzierten MVZ in den größeren Städten Paroli geboten werden.

Die Vorteile solcher Zusammenschlüsse seien offensichtlich, so Hoppenthaller. Selbstständigkeit und Konkurrenzfähigkeit würden gestärkt und eine durchgehende Versorgung der Patienten sichergestellt. Innerhalb der Praxen sei eine fachliche Ergänzung möglich und mit regionalen Kassen könnten zusätzliche Versorgungsverträge vereinbart werden. Auch betriebswirtschaftlich sei ein Zusammenschluss sinnvoll. Die Ärzte würden vom Praxismanagement entlastet und die Betriebskosten seien umgerechnet geringer. Der Hausärzteverband wolle daher nun zusammen mit niedergelassenen Kollegen vor Ort Prototypen solcher Gemeinschaftspraxen entwickeln und errichten. Sämtliche Entwicklungskosten dieser Praxen würden in voller Höhe vom Verband übernommen. "Wir suchen nun Gruppen von Hausärzten, die mutig genug sind, diesen innovativen Schritt mit uns gemeinsam zu gehen", sagte Hoppenthaller. Das Projekt könne aber nur dort starten, wo sich die nötige Zahl von Hausärzten zusammenschließt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hoppenthallers Hausarztpraxis XXL

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