Ärzte Zeitung, 06.11.2009

Selbsthilfe plädiert für mehr Forschung bei Restless Legs

BRÜSSEL (spe). Patienten mit Restless Legs Syndrom (RLS) bemängeln eine oftmals falsche oder verspätete Diagnosestellung sowie eine unzureichende Behandlung. Das Syndrom, dessen Leitsymptom nächtliche Gefühlsstörungen und Bewegungsdrang in den Beinen sind, wird europaweiten Studien zufolge bei rund 76 Prozent aller RLS-Patienten nicht rechtzeitig erkannt.

Dies berichtete Dr. Diego Garcia-Borreguero vom Madrider Schlafforschungsinstitut bei einer Veranstaltung der Europäischen Patientenvereinigung für Restless Legs Syndrome (EARLS). Das RLS führe nicht nur zu chronischem Schlafmangel, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen oder Depressionen, sondern könne auch die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen, so Joke Jaarsma, Vorsitzende von EARLS.

Unter der neurologischen Erkrankung leiden Schätzungen zufolge etwa sieben Prozent der Weltbevölkerung. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Das RLS kann auch schon bei Kindern auftreten. In über 60 Prozent der Fälle liegt eine familiäre Veranlagung vor. Die EARLS fordert, die Forschung über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung zu intensivieren, um die Situation für die Betroffenen innerhalb der nächsten zehn Jahre grundlegend zu verbessern.

 

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »