Ärzte Zeitung, 23.11.2015

Heilpraktiker vs. Behörden

Streit um die Bienenluft-Therapie

JENA. Zwischen Heilpraktikern und Thüringer Behörden ist Streit über die Therapie mit Luft aus Bienenstöcken bei Atemwegsbeschwerden entbrannt. Das Gesundheitsamt in Jena hat einer Naturheilkundlerin die Methode unter Androhung eines Zwangsgeldes verboten.

Eine solche Behandlung berge eine "Gefahr für Leib und Leben und Gesundheit" von Patienten, heißt es zur Begründung. Hinter diesem Schritt stehen auch das Landesverwaltungsamt und die Landesärztekammer.

Heilpraktiker fürchten nun, dass damit ein Präzedenzfall geschaffen wird, der bei Behörden bundesweit Schule macht - und kündigen Widerstand gegen das Vorgehen der Behörden an. Bei der Behandlung inhaliert der Patient über eine Maske die 35 bis 37 Grad warme Bienenstockluft.

"Die darin enthaltenen ätherischen Öle, sekundären Pflanzenstoffe oder Alkohole wirken antibakteriell und beruhigend auf die oberen Atemwege", heißt es beim Deutschen Apitherapie-Bund.

Die Fachleute berufen sich dabei auf ihre Erfahrung aus der Praxis - wissenschaftliche Studien, welche die Wirkung bestätigen, gibt es bisher nicht. (dpa)

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[07.12.2015, 13:04:29]
Ruth Auschra 
Wir müssten wohl auch das tiefe Einatmen unter blühenden Bäumen verbieten
Eine Gefahr durch eventuell enthaltene allergenauslösende Partike in der Bienenstockluftl - an welche Substanzen denken die Landesärztekammer und das Landesverwaltungsamt?
Ich bin Journalistin und war neugierig und habe deshalb bei beiden Institutionen angerufen. Bei der Landesärztekammer erläuterte man mir, es ginge „im Kern um die Verhinderung  eines allergischen Schocks. Schließlich gibt es auch Insektengift-Allergiker, für die bei der Inhalation eine lebensbedrohliche Situation entstehen könnte, die es zu beherrschen gilt.“
Ja, kein Mensch möchte Insektengift einatmen. Aber das Gift befindet sich ja zum Glück in der Giftblase der Biene, nicht in der Stockluft. Oder bin ich da falsch informiert? Wenn in der Stockluft Gift wäre, müssten die Imker, die ja häufiger allergisch gegenüber Insektengift sind, anapyhlaktische Schocks erleiden. Ich kenne bisher nur Geschichten von Imkern, die das Arbeiten am Bienenstock wegen der würzigen Luft lieben. Und von Asthmatikern, die Linderung verspüren.
Ich fragte also bei der Landesärztekammer nach der wissenschaftlichen Grundlage für die Behauptung, dass Bienenstockluft anaphylaktische Schocks auslösen kann. Die Frage wurde nicht beantwortet. Ich solle mich bitte an den Berufsverband der Allergologen wenden, hieß es. Natürlich wollte ich auch vom Landesverwaltungsamt wissen, warum man diese Therapie verbietet. Leider war der zuständige Angestellte nicht zu erreichen. Er wollte mich zurückrufen, was er bislang nicht getan hat. Schade.
Es gibt keine Studien über die Wirksamkeit des Einatmens von Bienenstockluft, stimmt. Studien über die Gefährlichkeit kenne ich auch nicht. Erfahrungsberichte gibt es einige, zum Beispiel hier: propolis-honig.de
Es gibt meines Wissens auch keine Studien über die Gefahren beim Einatmen von Luft in Obstplantagen oder Wäldern. Da sind auch Pollen, Flavonoide oder andere natürliche Substanzen enthalten. Sollen wir lieber Reinraumluft vorschreiben?
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[23.11.2015, 13:07:02]
Horst Boss 
Bienenstockluft
Also, so Manches kann man sich auch nicht so recht vorstellen. Aber, es gibt doch auf dieser Welt wirklich nichts, was es nicht gibt. Und die Wissenschaft schwenkt doch von heute auf morgen auch immer wieder um und revidiert sich. Tatsache ist: Wissen tun wir alle einfach sehr wenig. Zu schreiben gibt es natürlich immer viel. Sinnvolles und viel weiniger Sinnvolles. Aber, ob man Bienenstockluft verbieten muss... - Fehlt nur noch, dass jemand einen Schlauch ins Kloo legt und von draußen mit einer Maske inhaliert... Wer´s mag... Es gibt Vieles, was es zu verbieten gäbe. Aber im Ernst: Man darf evtl. Notfälle nicht außer Acht lassen. Die meisten haben in Sachen Notfall keinerlei Ahnung. Viele Ärzte nicht und die allermeisten Heilpraktiker schon gar nicht. Und das kann eine Sache im Einzelfall gefährlich werden lassen. Mit handfesten allergischen Reaktionen ist nicht zu spaßen. Sie werden nicht selten völlig unterschätzt. Aber, lassen wir die Kirche doch im Dorf. zum Beitrag »

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