Ärzte Zeitung, 13.10.2009

Ärztetag empfiehlt Widerspruchsregel für Organspenden

Ärztetag empfiehlt Widerspruchsregel für Organspenden

Foto: DSO

INGOLSTADT (sto). Für die Einführung einer Widerspruchslösung bei der Organspende hat sich der Bayerische Ärztetag in Ingolstadt ausgesprochen.

Die bisherigen strukturellen, organisatorischen und finanziellen Maßnahmen, die zu einer Steigerung der Spenderzahlen führen sollten, seien allein nicht ausreichend, begründeten die Delegierten den Vorstoß. Die Hoffnungen auf eine Steigerung der Organspenden, die mit dem Transplantationsgesetz von 1997 geweckt wurden, hätten sich nicht erfüllt.

Jedes Jahr würden in Deutschland mehr als 1000 Menschen sterben, die mit Hilfe der Transplantationsmedizin gerettet werden könnten, für die aber ein Spenderorgan nicht rechtzeitig zur Verfügung stehe, erklärte der Delegierte Dr. Karl Breu aus Weilheim. Die derzeit geltende erweiterte Zustimmungsregelung habe dazu geführt, dass nur ein geringer Teil derjenigen, die der Organspende positiv gegenüberstehen, auch tatsächlich Spender werden, so Breu. Die Erfahrungen aus Österreich, Belgien und Singapur zeigten hingegen, dass mit einer Widerspruchsregelung die Zahl der Organspender um ein Mehrfaches gesteigert werden könnte.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »