Transplantationen

Zahl der Organspender erreicht höchsten Stand seit 2012

2025 gab es in Deutschland mehr Organspender als in den vergangenen Jahren, die Zahl liegt auf dem höchsten Stand seit 2012. Insgesamt haben 985 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet.

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Box mit Organen

Im vergangenen Jahr haben 32 Menschen mehr Organe gespendet als 2024.

© Sebastian Gollnow / dpa / picture alliance

Frankfurt. In Deutschland hat es 2025 mehr Organspender gegeben als in den vergangenen Jahren. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) meldet den höchsten Stand seit 2012. Im Jahr 2025 haben laut DSO in Deutschland insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Das sind 32 mehr als im Jahr 2024 und entspricht 11,8 Organspenderinnen und Organspendern pro Million Einwohner, wie die DSO berichtete.

Die moderate Steigerung um 3,4 Prozent sei ein ermutigendes Signal, so die in Frankfurt ansässige Stiftung. Die Zahl der Spenderorgane reiche aber weiter nicht aus, um allen auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen.

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Auch mehr Transplantationen

Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 3.020 Organe nach postmortaler Spende über die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant verteilt und - hierzulande oder im Ausland - transplantiert werden. Das waren 5,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Transplantiert wurden unter anderem 1.495 Nieren, 823 Lebern, 315 Herzen, 308 Lungen, 76 Bauchspeicheldrüsen sowie drei Därme.

Von der europaweiten Verteilung hat Deutschland profitiert: In den 43 deutschen Transplantationszentren wurden im vergangenen Jahr 3.256 Organe aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert.

Über 8.000 Menschen auf der Warteliste

Bundesweit konnte damit 3.150 schwer kranken Patientinnen und Patienten durch ein oder mehrere Organe eine bessere Lebensqualität oder ein Weiterleben ermöglicht werden. Gleichzeitig warteten Ende des vergangenen Jahres weiterhin 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.

„Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal“, ordnete der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel, die Entwicklung ein. „Gleichzeitig reicht dieses Niveau noch nicht aus, um den Bedarf zu decken.“

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Der Osten ist Vorbild

Dabei zeigen sich laut DSO deutliche regionale Unterschiede. Besonders die Region Ost (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) weise seit Jahren überdurchschnittliche Organspenderzahlen auf. Mit 16,3 Organspendern pro Million Einwohner lag die Spenderzahl in diesen Bundesländern 38 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

„Wenn bundesweit so viele Organspenden realisiert würden wie in dieser Region, wäre die Situation für wartende Patientinnen und Patienten spürbar besser“, betont Rahmel.

Bundesweit kommt bei rund zwei Dritteln der Kontakte zwischen Krankenhäusern und DSO keine Organspende zustande. Häufiger Grund: Es liegt keine dokumentierte Entscheidung der potenziellen Spenderinnen und Spender vor.

Entscheidung zu Lebzeiten festhalten

„Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, hat ihre persönliche Entscheidung jedoch nicht festgehalten“, erklärt Rahmel. „Fehlt ein erklärter Wille, müssen Angehörige häufig unter zeitlichem und emotionalem Druck stellvertretend entscheiden.“

Vor diesem Hintergrund begrüßt der DSO-Vorstand die erneute politische Diskussion über eine Widerspruchslösung. Sie sieht vor, dass grundsätzlich jeder Mensch als Organspender gilt, sofern er nicht aktiv widerspricht. Derzeit gilt in Deutschland die Zustimmungslösung. (dpa)

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