Ärzte Zeitung, 08.09.2012

Organspende

AOK stoppt Info-Kampagne

Die Fälle von Göttingen und Regensburg haben das Organspende-System erschüttet: Jetzt zieht die AOK Konsequenzen - und stoppt eine Informationskampagne.

BERLIN (dpa). Wegen des Transplantationsskandals von Göttingen und Regensburg stoppen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) ihre Pläne, die rund 24 Millionen Versicherten ab September regelmäßig über die Organspende zu informieren.

"Die AOK wird ihren Versicherten zunächst kein individuelles Informationsmaterial und keine Organspendeausweise zuschicken", sagte der Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, der "Berliner Zeitung".

Der Skandal habe in der Bevölkerung zu großen Irritationen geführt. "Daher brauchen wir dringend eine Aufklärung der Vorwürfe, mehr Transparenz im Organspendeverfahren und eine strikte Kontrolle."

Daran müsse aber noch gearbeitet werden.Graalmann ließ ausdrücklich offen, ob die AOK mit dem Versenden der Informationsbriefe beginnen wird, wenn Anfang November das neue Transplantationsgesetz in Kraft tritt.

Die erst im Sommer verabschiedete Novelle sieht vor, dass die Krankenkassen ihre Versicherten regelmäßig Informationsmaterial über das Thema Organspende und einen Spenderausweis zuschicken.

Derzeit wird kontrovers diskutiert, wie die Organvergabe manipulationssicher umgestaltet werden kann.

Bereits im August hatte die Siemens Betriebskrankenkassen (SBK) als Konsequenz aus den Vorfällen ihre Informationskampagne gestoppt.

"Wir können nach diesem Skandal nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte damals SBK-Vorstand Gertrud Demmler.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

736 Notfallzentren reichen zur Notfallversorgung

Wie viele Notfallenzentren sind nötig und wo sollten sie betrieben werden, um die Bevölkerung gut zu versorgen? Ein Gutachten im Auftrag der KBV hat das jetzt analysiert. mehr »

Keuchhusten - längst keine Kinderkrankheit mehr

An Pertussis erkranken in Deutschland vor allem Erwachsene. Sie stellen eine Gefahr für Säuglinge dar. Wir zeigen, wie viele Erkrankte es seit 2001 gab und wie alt sie waren. mehr »

So lässt sich Glutensensitivität erkennen

Immer mehr Menschen vermuten, dass sie Gluten nicht vertragen. Ein Experte gibt Tipps, wie sich in der Praxis klären lässt, ob tatsächlich eine Glutensensitivität vorliegt. mehr »