Ärzte Zeitung online, 06.12.2013

Spanische Pfleger in Deutschland

Angeworben und enttäuscht

Deutschland wirbt Pfleger aus Spanien an - mit guten Verträgen und Sprachkursen. Wirklich? Die Realität sieht meist anders aus: Examinierte Pfleger bekommen Verträge als Hilfspersonal und erhalten kaum Sprachkurse. Erste Pfleger zieht bereits zurück. Und auch in Spanien gibt es Kritik an deutschen Kliniken.

Von Manuel Meyer

Angeworben und enttäuscht: Spanische Pflegekräfte in Deutschland

Anlegen eines Venenzugangs. Ausländischen Pflegekräften werden in Deutschland oft nicht so viele Kompetenzen zuerkannt wie in ihrer Heimat.

© Jochen Tack / imago

MADRID. Bereits nach drei Monaten hat sich Paloma entschlossen, wieder nach Spanien zurückzukehren. Die 25-jährige Krankenschwester aus Ciudad Real, die eigentlich anders heißt, wollte ursprünglich für mindestens ein Jahr an der Berliner Klinik bleiben.

"Aber man hält sich hier nicht an die Vereinbarungen", sagt Paloma verärgert. Wegen des noch laufenden Vertrags möchte sie ihren wirklichen Namen nicht veröffentlicht sehen.

Wie für Hunderte spanischer Krankenpfleger, war auch für Paloma das Jobangebot aus Deutschland wie ein Rettungsring. Zwar fehlen auch in Spanien Krankenpfleger. Doch Spaniens Regionen, die für das Gesundheitssystem verantwortlich sind, müssen im Zuge der seit 2008 anhaltenden Wirtschaftskrise sparen, wo sie nur können.

"Die Chancen, irgendwo eine Festanstellung zu bekommen, sind heute in Spanien sehr gering", sagt Paloma. Nicht wenige Krankenpfleger müssen stempeln gehen. In den vergangenen vier Jahren verloren 20.000 ihren Job.

Während die Arbeitslosenquote unter Spaniens Krankenpflegern 2009 gerade einmal bei 1,8 Prozent lag, hat sie sich bis 2012 auf 6,1 Prozent fast vervierfacht - Tendenz steigend.

Gleichzeitig suchen deutsche Kliniken und Pflegeheime händeringend Krankenpfleger. Rund 3000 Stellen können momentan nicht besetzt werden. Daher werben viele Kliniken und Heime spanische Pflegekräfte an.

Auch eine Berliner Klinik bot Paloma einen Deutsch-Intensivkurs sowie eine Festanstellung als Krankenschwester an, falls sie die Probezeit bestehen sollte.

Doch dann kam alles anders. Lesen Sie exklusiv in der "Ärzte Zeitung digital" vom 6. Dezember, wie die Realität spanischer Pflegekräfte in Deutschland wirklich aussieht.

Jetzt auch auf Android lesen ...Jetzt gleich lesen ...

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[14.01.2014, 15:27:45]
Dr. Matthias Zufall 
semper idem
immer das Gleiche in D. Qualität ist egal ( in Spanien gibt es ein Pflegestudium)-- Hauptsache billig ( Geiz ist ist geil). zum Beitrag »
[13.01.2014, 14:14:40]
Jürgen Bause 
und nicht nur das
Land auf und Land ab bewerben sich examinierte Pflegekräfte um eine entsprechend dotierte Stelle. Diese wird ihnen aber nicht angeboten, weil Examinierte für den Träger zu teuer sind. Da stellt man lieber Hilfskräfte ein, die dann die übrig gebliebenen Pflegekräfte zusätzlich belasten, statt sie zu entlasten.
Jürgen Bause, Medizinjournalist
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Stammzelltherapie stoppt aggressive MS

Je früher, desto wirksamer – auch bei der autologen Stammzelltransplantation: Die Aktivität der Multiplen Sklerose lässt sich wohl komplett unterbinden, wenn die Methode als First-line-Therapie eingesetzt wird. mehr »