Ärzte Zeitung online, 11.04.2018

Landespflegegeld

Bayern prescht gegen Pflegenotstand vor

1000 Euro zusätzlich im Jahr sollen Pflegebedürftige in Bayern künftig erhalten können. Neben diesem Landespflegegeld hat das Kabinett weitere Pflegemaßnahmen beschlossen.

Von Ruth Ney

Bayern prescht gegen Pflegenotstand vor

Ein Landespflegegeld soll Pflegebedürftigen in Bayern finanziellen Spielraum geben, sich etwa bei ihren pflegenden Angehörigen erkenntlich zu zeigen.

© Olaf Karwisch / panthermedia.net

MÜNCHEN. In der Kabinettssitzung am Dienstag hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Ankündigung vom Jahresbeginn nun umgesetzt. Der Ministerrat hat neben einem Landespflegegeld auch ein neues Landesamt für Pflege beschlossen. So soll das neue Landesamt künftig unter anderem für die Ausbildung der Pflegekräfte zuständig sein, um so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Pflegebedürftige, die ihren Erstwohnsitz in Bayern haben und zuhause gepflegt werden, sollen vom zweiten Pflegegrad an eine zusätzliche jährliche Einmalzahlung von 1000 Euro beantragen können. Insgesamt stehen für die geschätzten 360.000 Anspruchsberechtigten etwa 400 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Für Gesundheitsministerin Melanie Huml bietet das Landespflegegeld Pflegebedürftigen die Chance für mehr finanziellen Spielraum, um zum Beispiel Angehörigen oder anderen Menschen, die sie bei der Bewältigung ihres schwierigen Alltags unterstützen, eine materielle Anerkennung zukommen zu lassen.

"Wir wollen, dass jeder Mensch sein Leben in Würde leben kann. Die Pflege ist eine Frage der sozialen Sicherheit. Wir werden sowohl pflegebedürftige Menschen als auch die Pflegenden deutlich stärker als bisher unterstützen", stellte Ministerpräsident Dr. Markus Söder nach der Sitzung des Ministerrats im Sitzungsbericht klar.

Mehr Kurzzeitpflege- und Hospizplätze

Zusätzlich zum Landespflegegeld brachte der Ministerrat weitere Verbesserungen im Pflegebereich auf den Weg. So soll die Zahl der Pflegeplätze in Bayern deutlich erhöht werden. Für jährlich 1000 zusätzliche stationäre Pflegeplätze sollen 60 Millionen Euro fließen und weitere fünf Millionen Euro für 500 neue Kurzzeitpflegeplätze. Um todkranke Menschen würdevoll begleiten zu können, will die Regierung zudem die Palliativ- und Hospizplätze im Freistaat verdoppeln.

Im Freistaat werden nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums aktuell an 51 Krankenhäusern 474 Palliativbetten für die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen vorgehalten. Bayernweit sind ferner insgesamt 44 Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) für Erwachsene tätig. Darüber hinaus gibt es im gegenwärtig 18 Hospize mit 186 Plätzen sowie ein stationäres Kinderhospiz.

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