Ärzte Zeitung online, 01.09.2017

DAK-Präventionsradar 2017

Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress

43 Prozent der Schüler leiden nach einer neuen Studie der Krankenkasse DAK unter Stress – mit Folgen für die Gesundheit. Auch die Ernährung und den Drogenkonsum der Schüler beleuchtet die Umfrage.

Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress

Zu hohe Anforderungen? Laut DAK-Präventionsradar denken vier von zehn Kindern, dass sie zu viel für die Schule machen.

© LVDESIGN / Fotolia

BERLIN. Ein Drittel der betroffenen Jungen und Mädchen hat Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme. Und: Der Stress nimmt mit den Schuljahren noch zu. Das geht aus dem Präventionsradar 2017 der DAK-Gesundheit hervor, der an diesem Freitag in Berlin vorgestellt wurde.

Die DAK hat die aktuelle Schulstudie mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in sechs Bundesländern durchgeführt. Rund 7.000 Schüler aus mehr als 400 Klassen in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn wurden repräsentativ befragt.

Mädchen fühlen sich laut der Studie häufiger gestresst als Jungen. Jede zweite Schülerin habe sehr oft oder oft Stress. Bei den Schülern seien es 37 Prozent. Vier von zehn Schülerinnen hätten oft Kopfschmerzen, mehr als ein Drittel schlafe schlecht. 30 Prozent klagten regelmäßig über Rückenschmerzen, ein Viertel über Bauchweh.

Jeder Dritte schläft schlecht?

Bei den Jungen gab gut ein Viertel an, häufig Kopfschmerzen zu haben. Jeweils rund 30 Prozent der Schüler schlafen demnach schlecht oder haben Rückenschmerzen, 15 Prozent haben oft Bauchweh. Viele Kinder und Jugendliche erlebten Schule als Belastung. 40 Prozent der Schüler gaben an, zu viel für die Schule machen zu müssen.

Energydrinks sind unter den Schülern weit verbreitet, vor allem unter den Jungs: Laut Studie trinkt jeder fünfte Junge in Klasse 9 oder 10 mindestens einmal pro Woche einen Energydrink. Im Gegensatz dazu isst jeder zweite Schüler dagegen täglich Obst oder Gemüse.

Beim Thema Frühstück kommt es vor allem auf das Alter an: Während in der 5. Klasse noch 37 Prozent zu Hause frühstückt, tut das in der 9. und 10. Klasse nur noch jeder Zweite.

Mehr als jeder Zweite schon einmal im Vollrausch

In der 10. Klasse haben bereits 59 Prozent der Schüler schon einmal Alkohol bis zum Vollrausch getrunken. Nicht ganz ein Drittel (29 Prozent) hat zu diesem Zeitpunkt bereits Cannabis probiert.

"Unser neuer Präventionsradar zeigt großen Handlungsbedarf auf. Um Gesundheitsrisiken zu reduzieren, brauchen wir Programme gegen Schulstress oder für bewusstere Ernährung", kommentiert DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm die Umfrage.

Der Präventionsradar untersucht jährlich das körperliche und psychische Wohlbefinden sowie das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren. Die DAK unterstütze nachdrücklich Initiativen, die sich für die Aufnahme von Gesundheitsthemen in den Lehrplan stark machten, hieß es bei der Krankenkasse. (dpa/eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »