Ärzte Zeitung online, 29.02.2016

Deutsche Rentenkasse

Plus 75 Prozent: Wegen psychischer Krankheit in Reha

Binnen zehn Jahren ist die Zahl der Reha-Aufenthalte wegen psychischer Erkrankungen um rund  75 Prozent gestiegen. Die Zahl der ambulanten Versorgungen kletterte noch stärker.

BERLIN. Immer mehr Menschen bekommen wegen psychischer Erkrankungen Reha-Leistungen aus der Rentenkasse. Im vergangenen Jahr bewilligte die Deutsche Rentenversicherung 155 000 Klinikaufenthalte zur Reha, wie aktuelle Zahlen zeigen. Zehn Jahre zuvor waren es nur 89 350 entsprechende Bewilligungen gewesen.

Im ambulanten Bereich wurden 9150 Leistungen bewilligt, 2005 waren es 1890.

Die Rentenversicherung führt den Anstieg vor allem darauf zurück, dass psychische Störungen besser erkannt werden. „Für eine reale Zunahme der Häufigkeit psychischer Erkrankungen gibt es hingegen auch nach neueren Studien keinen Hinweis“, betonten ihre Experten.

Hauptursache bei Männern: Abhängigkeiten

Zuletzt waren von den Versicherten mit Reha wegen psychischer Erkrankungen 54 Prozent Frauen und 46 Prozent Männer. Bei den Männern gab es 2014 am häufigsten Reha-Leistungen wegen einer Abhängigkeitserkrankung. Der Anteil der Sucht-Reha an allen medizinischen Klinik-Rehaleistungen lag bei 7,2 Prozent.

Hauptursachen bei Frauen: Angst und Depression

Bei Frauen lag er nur bei 2,1 Prozent - bei ihnen waren Depressionen und Angsterkrankungen Hauptursache. Rund 84 Prozent der Betroffenen seien nach den jüngsten Daten im Lauf von zwei Jahren nach einer Reha wieder erwerbsfähig gewesen, sagte die zuständige Direktorin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach

Reha-Leistungen sind Thema eines Fachkongresses der Rentenversicherung von diesem Montag bis Mittwoch in Aachen. Die gesetzliche Rentenversicherung führt unter dieser Bezeichnung Behandlungen mit dem Ziel durch, die Erwerbsfähigkeit von Patienten wesentlich zu bessern oder wiederherzustellen.

(DPA)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »