Ärzte Zeitung online, 21.06.2017
 

KBV-Honorarbericht

Hypertonie treibt Patienten in die Praxen

Mit den jüngst erschienenen Honorarberichten hat die KBV auch die Behandlungsanlässe für die Fachgruppen untersucht. An der Spitze liegen Volkskrankheiten wie Hypertonie und Rückenschmerzen.

NEU-ISENBURG. Die häufigsten Behandlungsanlässe in Hausarztpraxen sind die typischen Volkskrankheiten Hypertonie (38,1 Prozent der Behandlungsfälle), Störungen des Lipoproteinstoffwechsels (22,8 Prozent), Rückenschmerzen (17 Prozent), Typ-2-Diabetes (13,7 Prozent) und depressive Episoden (9,6 Prozent).

Auch Störungen der Schilddrüse, Adipositas, chronische ischämische Herzkrankheit und Gonarthrose liegen laut KBV weit oben bei den Behandlungsanlässen in Hausarztpraxen.

Das geht aus den beiden kürzlich veröffentlichten Honorarberichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aus den Quartalen II und III/2015 hervor (wir berichteten).

Die Behandlungsanlässe ermittelt die KBV aus den kodierten Diagnosen, die zu einem Behandlungsfall gestellt sind. Bei einer übergreifenden Betrachtung kristallisiere sich heraus, dass fächerübergreifend neben Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Depressionen auch Adipositas, Diabetes, Arthrose des Kniegelenks und Schilddrüsenerkrankungen zu den häufigsten von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten dokumentierten Behandlungsanlässen gehören.

So behandele fast jeder Facharzt in Deutschland häufig Patienten mit Bluthochdruck, heißt es in der Mitteilung der KBV zum Honorarbericht.

Bei Kinderärzten dominieren Allgemeinuntersuchungen ohne Beschwerden (21,1 Prozent) und akute Infektionen (17,3 Prozent) das Geschehen in den Praxen. Bei Facharztinternisten ohne Schwerpunkt stehen dagegen ähnliche Diagnosen wie bei Hausärzten ganz oben: Hypertonie, Störungen des Lipoproteinstoffwechsels, Diabetes Typ 2, chronische Herzkrankheit und Gastritis. (ger)

Die Honorarumsätze aller Fachgruppen aus QII/2015 im Überblick.

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