Ärzte Zeitung online, 10.07.2017
 

MRSA-Status

EBM: Kreis der Risikopatienten erweitert

Der Kreis der MRSA-Risikopatienten ist erweitert worden. Seit 1. Juli genügt das Vorliegen eines einzigen Risikofaktors, um das Screening abrechnen zu können.

BERLIN. Vertragsärzte können ab sofort mehr Patienten als bisher nach einem Klinikaufenthalt auf MRSA-Besiedlung testen. Die Definition für MRSA-Risikopatienten wurde jetzt ausgeweitet, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) meldet. Um ambulant auf den Keim testen zu können, müssen nicht mehr gleich mehrere Risikofaktoren in Kombination vorliegen. Es genügt, wenn der Patient etwa dialysepflichtig ist oder an chronischen Wunden leidet.

Die Risikofaktoren sind an die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut angelehnt, die zuletzt im Jahr 2014 erweitert wurden. Zum 1. Juli wurde nun die Definition des MRSA-Risikopatienten im EBM unter Berücksichtigung dieser Empfehlungen angepasst, heißt es. Das betrifft den EBM-Abschnitt 30.12 (EBM-Nrn. 30940 ff.), der Leistungen der speziellen Diagnostik und Eradikationstherapie im Rahmen von MRSA enthält.

Für das Ergreifen von Maßnahmen auf Kosten der Krankenkasse genügt es also auch, wenn eine chronische Pflegebedürftigkeit vorliegt oder ein positiver MRSA-Nachweis in der Anamnese (unabhängig vom Zeitpunkt der Infektion) gegeben ist. Unverändert bleibt die Grundvoraussetzung für die Erhebung eines MRSA-Status und die Sanierungsbehandlung: Demnach müssen die Patienten in den vergangenen sechs Monaten an mindestens vier zusammenhängenden Tagen stationär behandelt worden sein. (mh)

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