Ärzte Zeitung online, 11.07.2017
 

MRSA

Begrenzte Mengendynamik

Ein Kommentar von Hauke Gerlof

Am Wochenende haben die Staatenlenker der G20 unter anderem darüber debattiert, wie die Forschung gegen Antibiotika-Resistenzen angekurbelt werden könnte. Ärzte und Krankenkassen in Deutschland versuchen derweil, am anderen Ende Verbesserungen zu erreichen: beim Screening von MRSA-Risikopatienten.

Seit 1. Juli kann bereits bei Patienten mit nur einem Risikofaktor nach Klinikaufenthalt auf den multiresistenten Keim getestet werden. Risikofaktoren sind etwa Dialysepflicht, chronische Wunden oder chronische Pflegebedürftigkeit.

Seit 2012 gibt es eine Vergütungsvereinbarung für Vertragsärzte zur Diagnostik und Therapie von MRSA-Patienten. Die Bilanz, die die KBV im vergangenen Sommer im Honorarbericht gezogen hat, ist durchwachsen, die Mengendynamik bei dieser extrabudgetär bezahlten Leistung hält sich angesichts von rund 12.500 im Quartal untersuchten Risikopatienten in Grenzen.

Mit der Anpassung an die Vorgaben des Robert Koch-Instituts wird nun die Basis für ein intensiveres Screening gelegt, und das ist gut so: Jeder entdeckte MRSA-Fall mit nachfolgender Eradikation reduziert für andere Patienten das Risiko einer Infektion.

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