Ärzte Zeitung online, 28.12.2017

Abrechnung

Neue EBM-Leistungen für Urologen und Gynäkologen

Die Botoxbehandlung bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen wird zum Jahreswechsel neue EBM-Leistung. Abrechnungsberechtigt sind Urologen und Gynäkologen, die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Neue Optionen für Urologen und Gynäkologen

Zum 1. Januar 2018 wurden in das gynäkologische und urologische Kapitel des EBM jeweils zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) aufgenommen.

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BERLIN. Nach längeren Verhandlungen hat der Bewertungsausschuss nun zum 1. Januar 2018 in das gynäkologische und urologische Kapitel des EBM jeweils zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Behandlung und die Nachbeobachtung aufgenommen, wie die KBV informiert.

Bereits seit 2013 sei das Botulinumtoxin-A enthaltende Arzneimittel Botox® für zwei weitere Indikationsbereiche zugelassen. Einer sei die idiopathische überaktive Blase mit den Symptomen Harninkontinenz, imperativer Harndrang und Pollakisurie bei erwachsenen Patienten, die auf Anticholinergika nur unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Der andere Bereich sei die Harninkontinenz bei Erwachsenen mit neurogener Detrusorhyperaktivität bei neurogener Blase infolge einer stabilen subzervikalen Rückenmarksverletzung oder Multipler Sklerose.

Extrabudgetär vergütet wird mit den neuen Ziffern der ärztliche Aufwand im Zusammenhang mit der transurethralen Botulinumtoxin-Therapie. Zudem werde eine Sachkostenpauschale in den EBM-Abschnitt 40.5 aufgenommen.

Voraussetzung für die Abrechnung der Botoxbehandlung ist eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese wird laut KBV erteilt, wenn jährlich die Teilnahme an von der jeweiligen Landesärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von insgesamt mindestens acht CME-Punkten nachgewiesen wird. Die Leistung sei parallel zur Zystoskopie je vollendete zehn Minuten und maximal fünf Mal pro Sitzung berechnungsfähig.

Die insgesamt fünf neuen GOP – sowie die bestehenden GOP 08311, 26310 und 26311 (Zystoskopien), die in derselben Sitzung mit den neuen GOP 08312 oder 26316 (neue Zuschläge) durchgeführt werden – werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.

Für die extrabudgetäre Vergütung der Zystoskopien nach den GOP 08311, 26310 und 26311 ist die bundeseinheitliche Kennzeichnung bei Versicherten, bei denen gleichzeitig eine transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin durchgeführt wird, mit dem Buchstaben "T" erforderlich, wie es weiter heißt.

Die Kosten für die Beschaffung des Arzneimittels Botox® trägt die Krankenkasse des gesetzlich versicherten Patienten. Dazu stelle der Arzt dem Patienten ein Rezept aus, das in der Apotheke eingelöst werden kann. Alternativ beschaffe der Arzt das Arzneimittel und erhalte die Kosten erstattet. (maw)

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