Ärzte Zeitung online, 16.10.2018

Praxis-tauglich

Ärzte machen den Techniktest

Die Videobrille XpertEye soll die Versorgung von Heimbewohnern verbessern, die Software Idana die Praxisabläufe vereinfachen: Die KBV sucht "Zukunftspraxen", die solche Innovationen auf ihre Tauglichkeit im Praxisalltag prüfen.

Von Anke Thomas

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Die Videobrille XpertEye im Einsatz. Ärzte können testen, ob die Technik im Alltag tatsächlich hilft. amaxperteye

© amaxperteye

BERLIN. Erst im September hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Rahmen ihres Digitalisierungsprojektes "KBV Zukunftspraxis unter 60 Einreichungen zehn Unternehmen ausgewählt, die digitale Anwendungen für die ambulante Versorgung entwickelt haben. Die zehn Prämierten hätten das Potenzial, Ärzte bei der Versorgung ihrer Patienten zu unterstützen, so die KBV.

Nun geht das Projekt in die nächste Runde. Praxen/MVZ oder Krankenhäuser haben die Möglichkeit, sich ab sofort bei der KBV zu bewerben und die modernen Techniken im Praxisalltag auszuprobieren.

Taugen Dienste auch im Alltag?

"Wir wollen den digitalen Diensten direkt in der realen Versorgungspraxis auf den Zahn fühlen", so Dr. Bernhard Tenckhoff, Leiter des Projektes KBV-Zukunftspraxis. Dazu ist die KBV jetzt auf der Suche nach "innovativ orientierten Praxen", die Lust haben, einen der Dienste im Alltag zu testen.

Zur Auswahl steht etwa die Videobrille XpertEye, die von dem Unternehmen AMA Xpert Eye GmbH entwickelt wurde. Die Brille für Pflegekräfte in Seniorenheimen konnte im Zukunftspraxis-Wettbewerb am meisten überzeugen und belegte den ersten Platz. Pflegende schalten dabei während der Visite den Arzt per Videokonferenz hinzu.

Hilfe, um Bürokratie abzubauen

Ärzte können sich auch für Idana entscheiden. Idana ist eine Software der Tomes GmbH, die in Kombination mit einer App für Patienten, die Routineprozesse digital unterstützen soll; insbesondere die Anamnese.

Beim Bürokratieabbau soll der KI-basierte Telefonassistent Aaron.ai helfen, indem er Anrufe der Praxis entgegennimmt, wenn das Praxisteam dazu gerade keine Zeit hat.

Grundsätzlich können alle Praxen mitmachen, so die KBV und sich für eine der drei oben genannten oder sieben weitere Techniken entscheiden. Eine Einschränkung auf bestimmte Fachgruppen gebe es bis auf zwei Ausnahmen – DermaFC und Respiro – nicht. Auch müssten keine bestimmten technischen Voraussetzungen vorhanden sein.

Bei der Implementierung des Dienstes und während des Testlaufes von circa 12 bis 18 Monaten würden die Praxen von der KBV begleitet. Außerdem erfolge eine kontinuierliche Evaluation, etwa durch Fragebögen.

Die Teilnahme soll bei den Ärzten und Psychotherapeuten zu keiner finanziellen Belastung führen, so Tenckhoff. Dazu will die KBV Vereinbarungen mit den Anbietern und den Praxen treffen. Der zeitliche Aufwand, etwa für Schulungen könne hingegen nicht vergütet werden.

Ärzte, die gerne beim Testen dabei sein möchten, können sich per Mail bei der KBV bewerben. Dazu muss nur ein kurzer Fragebogen ausgefüllt werden.

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