Ärzte Zeitung, 02.07.2010

Grundsätzliche Ablehnung der neuen E-Card

Vorläufige Trends einer Internet-Umfrage der Uni Göttingen unter Ärzten

GÖTTINGEN (cben). Die Göttinger Universität, Fachbereich Wirtschaftsinformatik, fragt derzeit niedersächsische Ärzte per Internetfragebogen, wie sie die elektronische Gesundheitskarte beurteilen. Noch bevor im Juli die ersten Ergebnisse erwartet werden, ist schon jetzt klar: Die meisten Teilnehmer lehnen die Karte grundsätzlich ab.

Grundsätzliche Ablehnung der neuen E-Card

Die Umfrage zur E-Card ist noch nicht richtig beendet, doch schon jetzt verzeichnen die Studienautoren eine "grundsätzlich negative" Haltung der Teilnehmer.

© Ärzte Zeitung

Rund 70 Kollegen und Kolleginnen haben den Bogen bisher ausgefüllt, hieß es. "Das Ergebnis wird wahrscheinlich so grundsätzlich negativ sein, dass wir daraus kaum positive Schlüsse über die Karte ziehen können", sagte die Projektverantwortliche, Carla Sanchez, zur "Ärzte Zeitung". Die Teilnehmer können den Grad ihrer Zustimmung oder Ablehnung angeben oder auch "weiß nicht" anklicken, zum Beispiel bei dem Satz: "Meine Praxis ist mit der für die eGK notwendigen Software kompatibel." Oder : "Insgesamt wurden die Interessen der Ärzte und Gesundheitsinstitutionen bei der Konzeption und Einführung der eGK ausreichend berücksichtigt."

Es sei von großen IT-Projekten bekannt, "dass technologische Investitionen und die erhofften Effekte oft in einem paradoxen Verhältnis zueinander stehen. So führt nicht jede technische Innovation zwingend zu einer gewünschten Modernisierung. Grund dafür kann ein Akzeptanzproblem der technischen Neuerung sein", erklärte denn auch der Projektleiter Professor Lutz Kolbe.

"Wir wollten wissen, ob der Grad der Zustimmung vielleicht vom Alter der Ärzte abhängig ist, von der Fachrichtung oder von der Praxisgröße", sagte Sanchez, "außerdem wäre es für uns interessant, ob sich die Ärzte ausreichend informiert fühlen." Die oft grundsätzliche Ablehnung durch die Teilnehmer mache es nun sehr schwer, Schwachstellen bei der Einführung der eGK überhaupt festzustellen, hieß es.

Link zum Fragebogen: www.uni-goettingen.de/de/154122.html

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »