Ärzte Zeitung, 17.11.2011

Erhöhte Steuer für Kampfhunde rechtmäßig

LIEBENBURG/BRAUNSCHWEIG (dpa). Kommunen dürfen für Hunde gefährlicher Rassen eine zehnfach erhöhte Steuer kassieren.

Dies gelte selbst dann, wenn die individuelle Gefährlichkeit eines Hundes nicht nachgewiesen ist. Das hat das Verwaltungsgericht Braunschweig entschieden und damit die Klage einer Hundehalterin aus Liebenburg zurückgewiesen.

Im konkreten Fall ging es um einen Kampfhund der Rasse American Staffordshire Terrier. Für diesen soll die Besitzerin im Jahr 624 Euro Hundesteuer bezahlen.

Für andere Hunde erhebt Liebenburg nur 60 Euro. Zu Recht, befand das Gericht. American Staffordshire Terrier seien ebenso potenziell gefährlich wie Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier, Pitbull Terrier sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden.

Az.: 8 A 135/11

[24.12.2011, 14:06:47]
Dr. Horst Grünwoldt 
Hundesteuer
Daß der beste (vierbeinige) Freund des Menschen überhaupt steuerpflichtig ist, ist sachlich nur schwer zu erklären.
Schließlich wird er (sein Halter) schon hinreichend steuerlich beim Kauf der lfd. Tiernahrung und des Zubehörs berappt.
Die zehnfach höhere Hundesteuer für vermeintlich gefährliche Bellos (sog. Kampfhunde; der Ausdruck selbst ist eigentlich unsinnig, weil Hundekämpfe bei uns gar nicht erlaubt sind) kann eigentlich nur als eine Art "Strafsteuer" für deren Halter und Liebhaber angesehen werden. Und die wird vermutlich nur von den Hundefürchtern oder -hassern beklatscht.
Dagegen macht eine Hunde-Haftpflichtversicherung für alle Hundehalter Sinn. Schließlich habe ich bei der Registrierung und Untersuchung von rd. eintausend Beißunfällen an Menschen in der Stadt Frankfurt am Main als zuständiger Amtstierarzt in den neunziger Jahren alle kleinen und großen Rassen als beteiligt festgestellt.
In der Regel handelte es sich um Affektbisse, die aus einer schreckhaften Situation heraus entstanden waren.
Natürlich sind die Bißspuren oder -verletzungen durch einen großen Hund wg. seines Beißwerkzeuges unangenehmer oder sogar gefährlich.
Letztlich liegt die Schuld für das unerfreuliche Ereignis immer bei dem jeweiligen verantwortlichen Hundehalter oder -führer.
Wie sagte noch vor ein paar Tagen unser derzeitiger Bundespräsident:
"Nicht alles was juristisch recht ist, ist auch richtig"!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt aus Rostock
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