Ärzte Zeitung, 19.11.2011

Streuung ja - aber nur mit Strategie

In unsicheren Zeiten wird Anlegern oft stereotyp zur Streuung des Vermögens geraten. Wer heute so und morgen so streut, ist aber nicht vor den Risiken des Marktes geschützt. Anlageformen, die flexibel auf die Verfassung der Wirtschaft reagieren können, bieten da Vorteile.

Von Alexander Heintze

Streuung ist ratsam, aber nur mit Strategie

Der richtige Mix im Depot ist der Schlüssel für den langfristigen Anlageerfolg.

© VRD / fotolia.com

Kommt jetzt die nächste Weltwirtschaftskrise? Steht eine massive Geldentwertung bevor? Hyperinflation? Währungsreform? Die Fantasie, welche Horrorszenarien in den kommenden Monaten auf uns zukommen könnten, kennt keine Grenzen.

Derartige Ängste von Anlegern beobachten unabhängige Vermögensverwalter auch beim Vermögens-Check der "Ärzte Zeitung", bei dem sich Leser kostenlos anmelden können.

Kein Wunder. Selbst Wirtschaftsexperten halten das Ende des Euro für möglich, wenn die Rettungsversuche für die europäischen Problemstaaten, wie Griechenland und Italien scheitern sollten. Zudem treibt das Schreckgespenst Inflation Verbrauchern und Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn.

Ende der Krise nicht in Sicht

Anlageexperten sehen kein schnelles Ende der Krise. Umso wichtiger sei es, dass man sich mit seinen Geldanlagen beschäftigt.

Geldexperten sind in unsicheren Zeiten schnell mit einem Allheilmittel bei der Hand: maximale Streuung des Vermögens.

Je mehr das eigene Geld auf unterschiedliche Anlageformen wie Aktien, Anleihen, Gold und Immobilien verteilt ist, desto geringer ist die Angriffsfläche. Irgendetwas wird schon seinen Wert behalten, so die weit verbreitete Meinung.

Streuung allein ist noch keine Rettung

Doch so einfach ist das nicht. "Streuung allein bot in der letzten Krise keinen Schutz", weiß Martin Stürner, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung PEH Wertpapier AG in Oberursel.

Nach den herkömmlichen Vorstellungen sollen sich Renten und Aktien, Immobilien und alternative Investments gegenläufig entwickeln.

"Doch damals sind alle Anlageklassen - bis auf Staatsanleihen erster Bonität - eingebrochen", erinnert Stürner.

Addierte Risiken

Wer überzeugt war, ein breit aufgestelltes und damit sicheres Portfolio zu besitzen, erlebte eine böse Überraschung. "Die Risiken glichen sich nicht aus - sie addierten sich!", sagt Stürner.

Sein Tipp: "Streuung allein reicht nicht, man muss zwischen den Anlageklassen wechseln können und das Risiko managen, nicht den Trends folgen". Für Privatanleger ist das eine aufwendige Sache.

PEH-Chef Stürner empfiehlt daher, lieber auf einen aktiv gemanagten vermögensverwaltenden Mischfonds zu setzen, der flexibel auf die jeweilige Wirtschaftslage reagieren kann.

Dabei stellt sich jedoch die Frage: Welche Anlagen sind derzeit überhaupt sinnvoll?

Festverzinsliches: Wer Zinseinnahmen haben möchte, kann auf Tagesgeldkonten oder deutsche Staatsanleihen setzen. Doch bei den zurzeit niedrigen Zinsen verlieren Anleger nach Abzug der Abgeltungsteuer und der Inflation Geld. Je höher die Inflation klettert, desto größer wird das Minus mit niedrig verzinsten Anleihen.

Friedrich Huber, geschäftsführender Gesellschafter der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen in München, setzt lieber auf Unternehmensanleihen. "Solche von Firmen, die über beste Bonität verfügen, sind mir derzeit lieber als jede Staatsanleihe", erklärt der Vermögensverwalter. Zudem bieten diese meist noch eine minimale Realverzinsung.

Aktien: Viele Anleger meiden derzeit die Börse. Vermögensverwalter sehen Aktien dagegen als unverzichtbar gegen Krisenszenarien und Inflation an. Sie beteiligen den Anleger an den Grundstücken, Immobilien und Maschinen der Firma, die auch in unsicheren Zeiten einen Wert darstellen.

Marktführer können zudem die steigenden Preise an ihre Kunden weitergeben und halten so ihre Gewinne auch in Zeiten der Inflation weitgehend stabil. Vermögensverwalter Huber rät hier zu einer moderaten Quote von Aktien deutscher Unternehmen, die verlässlich eine hohe Dividende ausschütten werden.

Allerdings müssen die Anleger mit starken Schwankungen leben können. In der Vergangenheit haben Aktien aber gezeigt, dass sie Verluste schneller wieder aufholen als zum Beispiel Staatsanleihen.

Immobilien: Beton und Steine gelten als eine krisensichere Anlage. Doch die Preise für vermietete Wohnungen in erstklassigen Lagen haben in den letzten Jahren sehr stark angezogen. Inklusive aller Erwerbs- und laufenden Nebenkosten, die nicht auf den Mieter umgelegt werden können, bleibt häufig nicht mehr als bei einem Sparbuch übrig.

"Verdienen kann man mit Immobilien im Moment fast nichts mehr", bestätigt Huber. Allerdings ist auch das Risiko, dass eine Immobilie komplett an Wert verliert, zurzeit sehr gering.

Gold: Es scheint das Allheilmittel gegen alle denkbaren Szenarien zu sein. Das Edelmetall hat in der Vergangenheit schon Kriege, Hyperinflationen und in Deutschland zwei Währungsreformen ohne dauerhafte hohe Wertverluste überstanden. Kein Wunder also, dass viele Sparer darin gerade jetzt eine Zuflucht suchen.

Die Vermögensverwalter sehen in der momentanen Lage einen Anteil am Depot zwischen fünf und fünfzehn Prozent als notwendig an. "Nach dem letzten Preisrutsch ist das eine gute Gelegenheit, seine Quoten anzupassen", sagt der Münchner Vermögensverwalter Huber.

Machen Sie den Vermögens-Check!

Die Streuung des eigenen Vermögens über die verschiedenen Anlageklassen hängt immer von den persönlichen Lebensumständen, aber auch von der eigenen Risikoneigung ab.

Sind Sie sicher, dass Sie Ihr Vermögen gut aufgeteilt haben zwischen Immobilien, Aktien, Anleihen, Lebensversicherungen und anderen Anlagen? Als Leser der "Ärzte Zeitung" haben Sie noch bis zum 30. November die Möglichkeit, Ihr Vermögensportfolio durch bankenunabhängige Vermögensverwalter, organisiert durch die V-Bank, überprüfen zu lassen. Die Experten nehmen auf Wunsch Ihr gesamtes Vermögen unter die Lupe. Auch wenn Sie Geld neu anlegen wollen, weil Sie geerbt oder Ihre Praxis verkauft haben, sind Sie beim Vermögens-Check richtig. Mitmachen kann jeder, der über ein Vermögen von mindestens 25.000 Euro verfügt und/oder diesen Betrag anlegen will.

Wie können Sie sich zum Vermögens-Check anmelden?

Per Telefon: Rufen Sie im Call-Center der V-Bank an: 0800 / 4 44 46 94 (montags bis sonntags von 8 bis 20 Uhr kostenlos aus dem deutschen Festnetz). Kennwort "Ärzte Zeitung".

Online: Melden Sie sich an unter www.aerztezeitung.de/vermoegenscheck. Sobald Sie sich angemeldet haben, leitet die V-Bank Ihre Informationen an einen unabhängigen Vermögensverwalter aus Ihrer Nähe weiter, der sich innerhalb von 15 Werktagen mit Ihnen in Verbindung setzt. Die V-Bank München, die den Vermögens-Check für die teilnehmenden Vermögensverwalter organisiert, versichert, dass alle Informationen absolut vertraulich behandelt werden. Die gewonnenen Daten werden nur zum Zweck des Vermögens-Checks während der Aktion gespeichert. Teilnehmer gehen durch ihre Anmeldung keine weiteren Verpflichtungen ein.

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