Ärzte Zeitung, 24.02.2010

Helios-Kliniken bei holländischen Op-Patienten sehr beliebt

Die deutsche Klinik- Gruppe Helios hat mit der niederländischen Krankenkassenvereinigung Uvit einen Kooperationsvertrag zur Patientenbehandlung geschlossen.

Von Daniela Dreier

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Die Holländer kommen! Die Helios-Kliniken freuen sich über Patienten von jenseits der Grenze. © van der Steen / fotolia.com

KÖLN. Uvit ist mit vier Millionen Versicherten der zweitgrößte Versicherer der Niederlande. Das grenzüberschreitende Kooperationskonzept kommt gut an. Allein im ersten halben Jahr haben rund 300 Patienten die Angebote der Helios-Kliniken in Anspruch genommen. "Wir waren selbst von der Resonanz überrascht", sagt Dr. Deon van de Berk, der für die Koordination der Auslandsverträge bei Uvit zuständig ist.

Durch die Zusammenarbeit stehen den niederländischen Versicherten mehr als 60 Kliniken deutschlandweit zur Verfügung. "Im Wesentlichen lassen sich die Patienten in grenznahen Häusern behandeln", sagt Silvio Rahr, Geschäftsführer der Helios-Privatkliniken. Gerade Helios-Einrichtungen in Krefeld und Oberhausen haben durch die Patienten aus dem Nachbarland eine höhere Auslastung.

Auch für die niederländischen Versicherten ist die Kooperation ein Gewinn. Die Behandlung muss nicht mehr im Vorfeld genehmigt werden, denn die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Versicherer. Außerdem bedeutet der Besuch einer deutschen Klinik kürzere Wartezeiten und eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. "Die Niederlande sind ein kleines Land. Fachkliniken für Dermatologie oder Neurochirurgie gibt es kaum", erklärt van de Berk. "Eine seltene Krankheit wie schwere Skoliose bei Kindern können wir hier nicht operieren. In Deutschland ist das kein Problem."

Im Bereich der Spitzenmedizin und der Akutversorgung gibt es schon seit einigen Jahren Kooperationen in beide Richtungen. So erleichtert eine Vereinbarung zwischen der AOK Rheinland und dem niederländischen Versicherer CZ Actief ihren Patienten den Gang über die Grenze. "Die Patienten müssen keine Vorkasse mehr leisten, zeit- und wohnortnahe Gesundheitsversorgung wird gefördert und die Leistungen werden direkt über einen längeren Zeitraum gefördert", sagt ein Sprecher der AOK Rheinland.

Trotzdem ist das Verhältnis zwischen Leistungserbringern und Versicherern an anderer Stelle oft zäh und mühsam. "Die Zusammenarbeit beruht meist auf der Initiative Einzelner und stellt eine lokale Ad hoc-Lösung dar", beklagt Antje Wunderlich, Koordinatorin der Netzwerkorganisation EuroHealthConnect (EHC). Die Einrichtung arbeitet daran, die Patientenmobilität im Grenzgebiet zu verbessern.

Es fehlen länderübergreifende, allgemeingültige Richtlinien, obwohl nach Einschätzung von Wunderlich viele Niederländer eine Behandlung im Nachbarland in Erwägung ziehen. "Es steht etwas zwischen der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung, was nicht existiert: eine europäische Regelung", sagt Wunderlich. Die Organisation arbeitet daran, die noch bestehenden Hindernisse abzubauen, die Transparenz zu fördern und die Versorgungsmärkte zu öffnen.

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