Ärzte Zeitung online, 14.03.2017
 

Zi

Ambulanzen zu schließen ist "unumgänglich"

Den Klagen vieler Kliniken, in der Notaufnahme künftig noch mehr draufzuzahlen, hält das Zi entgegen, es gebe ohnehin unnötig viele Ambulanzen.

BERLIN. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mahnt "mehr Sachlichkeit" in der Diskussion um die Vergütung ambulanter Behandlungen in Klinikambulanzen an. Laut Zi lassen die Auslastungsdaten darauf schließen, dass die Kliniken vor allem deshalb nicht auf ihre Kosten kommen, weil es ein Überangebot an Notfallambulanzen gibt. 2015 habe die bundesweite Auslastung im Schnitt bei einem Patienten pro Stunde gelegen. In Bayern betrug sie sogar nur 0,8 Fälle pro Klinik und Stunde, heißt es. Das sei "insgesamt zu gering". Ergänzend verweist Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried auf ein Gutachten der Deutschen Gesellschaft für Interdiziplinäre Notfall- und Aktumedizin (DGINA) aus 2015, wonach bei einer 55 Häuser umfassenden Stichprobe die mittlere Auslastung auch nur 1,2 Patienten pro Stunde betrug.

Vorhaltekosten für Ambulanzen ließen sich "durch eine Konzentration der Anlaufstellen" eher decken. Von Stillfried: "Unter Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten ist eine Reduzierung der Anzahl der Notfallambulanzen unumgänglich". Mit einer Marktbereinigung müsse vornehmlich in Regionen begonnen werden, "wo Sie im Radius von 30 Minuten Fahrzeit 30 bis 60 Kliniken erreichen können". Der Abbau von Überkapazitäten, ist von Stillfried überzeugt, würde "die Einrichtung neuer ärztlicher Bereitschaftspraxen an Krankenhäusern erleichtern". (cw)

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