Ärzte Zeitung online, 01.02.2019

Krankenhaus-Studie

Womit Kliniken bei der Mitarbeitersuche punkten

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels wird sich der Wettstreit der Krankenhäuser um qualifiziertes Personal weiter verstärken. Eine Umfrage zeigt, dass über 40 Prozent der Häuser inzwischen bereits die Suche auf das Ausland ausgeweitet haben.

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Gute Mitarbeiter für die eigene Klinik zu finden und zu halten, stellt hohe Anforderungen an das Krankenhaus-Management.

© sturti / Getty Images / iStock

FRANKFURT. Der Mangel an Fachkräften in Krankenhäusern ist immanent. Eine hohe Zahl an krankheitsbedingten Fehltagen und die neuen gesetzlichen Personaluntergrenzen in der Pflege stellen das Klinikmanagement zusätzlich vor die Herausforderung, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen bzw. zu halten. Angesichts dieser Situation haben das Wirtschaftsprüfungsunternehmen BDO und das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) im Juli 2018 insgesamt 319 Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten standardisiert zu deren Arbeitsbedingungen befragt.

Ein zentrales Ergebnis ist danach, dass beim Thema familienfreundliche Arbeitsbedingungen weiter Handlungsbedarf besteht. Mehr als die Hälfte der Häuser böten zwar bereits eine betriebliche Kinderbetreuung an, 78 % offerierten zudem Maßnahmen zur beruflichen Weiterqualifizierung während der Elternzeit an. „Im Branchenvergleich sind dies sicherlich gute Werte“, so DKI-Vorstand Dr. Karl Blum in einer Mitteilung der Initiatoren. „Mit Blick auf die längerfristige Fachkräftesicherung werden familienfreundliche Angebote in Zukunft aber noch mehr an Bedeutung gewinnen.“

Zu den Aspekten, die die Attraktivität eines Krankenhauses als Arbeitgeber erhöhen, gehören auch Gesundheitsangebote für die Mitarbeiter. Über die Hälfte der Krankenhäuser hat der Umfrage zufolge die Gesundheit der Mitarbeiter auch im Leitbild verankert. 58 % von ihnen haben Sportangebote für Mitarbeiter. In Zukunft müssten allerdings verstärkt die Risikogruppen, die besondere Unterstützung benötigen, mit Angeboten versorgt werden, so ein weiteres Fazit der Initiatoren.

Zugleich ergab die Umfrage, dass die Mitarbeitersuche offenbar vielfach bereits grenzüberschreitend erfolgt: Jeweils 44 % der Krankenhäuser gaben an, Pflegepersonal auch im Ausland suchen oder private Arbeitsvermittler einschalten. Wichtigstes Instrument sei jedoch unverändert die klassische Stellenanzeige in regionalen Zeitungen, auf die 82 % der Kliniken setzen. (run)

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