Ärzte Zeitung, 01.12.2014

Behandlungskosten

Bei Verbrühung ohne Aufsicht zahlt das Heim

SCHLESWIG. Verbrüht sich in einem Pflegeheim einer der Bewohner mit heißem Tee, haftet dafür unter Umständen der Betreiber der Einrichtung. Wie bei kleinen Kindern gilt auch in Pflegeheimen: Heiße Getränke sollten nicht ohne Aufsicht ausgeschenkt oder auch nur in Thermoskannen bereitgestellt werden.

Denn verbrüht sich in der Folge einer der Bewohner auf welche Art auch immer, muss das Pflegeheim der Krankenkasse die Behandlungskosten ersetzten. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig entschieden.

Im konkreten Fall waren pflegebedürftige und auch demenzkranke Heimbewohner in einem Raum ohne Aufsicht gelassen worden. Zuvor hatte das Personal Thermoskannen mit heißem Tee auf die Fensterbänke gestellt.

Später wurden bei einer älteren Dame etliche Verbrennungen am Oberschenkel festgestellt. Wegen Verletzung der Aufsichtspflicht verurteilte das OLG den Heimbetreiber zur Zahlung von 85.000 Euro Behandlungskosten an die Krankenkasse der Dame. (juk)

Az.: 4 U 85/12

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

CharityAward für Zahnarzt im Waschsalon

Mit dem CharityAward zeichnet Springer Medizin Engagement von Menschen aus, die sich ehrenamtlich um hilfsbedürftige Menschen kümmern. Die diesjährigen Preisträger sind nun gekürt worden. mehr »