Ärzte Zeitung, 01.09.2009

"Bei der apoBank gibt es keine Kreditklemme"

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank will sich in Zukunft stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Das sagt Vorstandssprecher Herbert Pfennig im Kurzinterview.

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Herbert Pfennig, Vorstandssprecher der apoBank.

Foto: ger

Ärzte Zeitung: Herr Pfennig, nach den Schlagzeilen der vergangenen Tage: Würden Sie Ihr Geld weiterhin bei der apoBank anlegen?

Herbert Pfennig: Ja, selbstverständlich. Die apoBank bietet attraktive Anlagemöglichkeiten. Und zum Thema Sicherheit: Unsere Bank verfügt über eine hohe Grundertragskraft und ein erfolgreiches Kerngeschäft, in dem wir kräftig wachsen. Mich freut ganz besonders die partnerschaftliche Verbundenheit unserer Kunden mit ihrer apoBank. Und auch die Einbindung in den genossenschaftlichen Verbund gibt zusätzlich ein hohes Maß an Stabilität.

Ärzte Zeitung: Müssen angesichts der sinkenden Eigenkapitalquote der Bank Ärzte oder Apotheker, die neue Kredite für Investitionen oder Umschuldungen brauchen, jetzt befürchten, leer auszugehen?

Pfennig: Nein, ganz im Gegenteil. Die apoBank hat ihre Kreditpolitik seit Beginn der Krise unverändert fortgesetzt und wird von diesem Kurs auch nicht abweichen. Wir fühlen uns als Standesbank in besonderer Weise den Heilberuflern verpflichtet. Wir begleiten unsere Kunden bei Existenzgründungen, Investitionsvorhaben und dem Erwerb von Immobilien. Und unsere aktuelle Liquiditäts- und Eigenkapitallage erlaubt das auch. Zwei Milliarden Euro Neuausleihungen im ersten Halbjahr 2009 belegen sehr deutlich, dass es bei uns keine Kreditklemme gibt und die Kredite sprudeln.

Ärzte Zeitung: Im Juni noch wurde die Bilanz der Bank von der Vertreterversammlung gefeiert. Wie kann es zu einem so schnellen Umschwung kommen?

Pfennig: Im operativen Kerngeschäft mit unseren Kunden läuft es unverändert gut und hier ist kein Umschwung erkennbar. Der Ergebnisrückgang ist Sondereffekten geschuldet. Die höher als erwartet ausgefallene Risikovorsorge für unsere Eigenanlagen ist auf die anhaltende Finanzmarktkrise zurückzuführen.

Ärzte Zeitung: War es im Nachhinein gesehen ein Fehler, dass die Bank so viel Geld in strukturierte Wertpapiere gesteckt hat?

Pfennig: Wir haben aus der Krise unsere Lehren gezogen. Wir werden unsere Anlagen in strukturierte Wertpapiere über die nächsten Jahre kontinuierlich abbauen, um uns und die Ressourcen künftig ganz auf die Wachstumspotenziale in unserem Kerngeschäft mit den Heilberuflern zu konzentrieren.

Die Fragen stellte Hauke Gerlof

Lesen Sie dazu auch:
Auch die apoBank kämpft jetzt mit den Folgen der Krise

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