Rheuma und Herzerkrankung Hand in Hand

Rheumatologen und Kardiologen haben teilweise dieselben Patienten. Denn Rheuma und Herzerkrankungen sind eng miteinander verknüpft.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:
Herzerkrankungen als Komorbidität betreffen fast alle Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Herzerkrankungen als Komorbidität betreffen fast alle Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

© Foto: hakan corbaciwww.fotolia.de

"Alle entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben eine Herzbeteiligung, die sich allerdings unterschiedlich manifestiert", sagte Professor Elisabeth Märker-Hermann. Einer der zugrunde liegenden Pathomechanismen etwa ist die akzelerierte Atherosklerose, verursacht durch den systemischen Entzündungsprozess der rheumatischen Erkrankung. Dieser äußert sich bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) zwar unmittelbar in den Fingergelenken, betrifft aber auch das Endothel. Die Folge: Die Myokardinfarktrate ist bei RA-Patienten verdoppelt. "Die anderen Risikofaktoren sind die üblichen Verdächtigen", so die Rheumatologin aus Wiesbaden: Rauchen, Hypertonie, KHK und - anders als sonst - ein niedriger BMI. Je höher die Krankheitsaktivität ist, je schlechter die RA behandelt ist, desto größer ist das kardiovaskuläre Risiko der Patienten.

Zwar hätten 16 bis 56 Prozent der RA-Patienten eine Perikarditis, die jedoch meist asymptomatisch verlaufe. "Das Perikard als betroffene Struktur ist bei allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen möglich", so Märker-Hermann. Bei den anderen Herzstrukturen gebe es aber deutliche Unterschiede. So weisen etwa zehn Prozent der Patienten mit systemischer Sklerodermie eine klinische relevante oder fatale Myokardfibrose auf und sechs bis zehn Prozent hätten eine pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH). Diese Patienten müssen zweimal im Jahr per Doppler-Sono untersucht werden. Die Prognose von Sklerodermie-Patienten mit PAH ist äußerst schlecht. "Die Fünfjahres-Überlebensrate ist quasi gleich Null", so Märker-Herrmann.

Eine Herzbeteiligung als Erstsymptom ist bei RA extrem selten. Anders bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes. Hier kann eine Perikarditis - sie betrifft jeden zweiten SLE-Patienten - das SLE-Erstsymptom sein. "Bei jungen weiblichen Patienten mit koronaren Problemen muss der Kardiologe immer auch an einen Lupus denken", riet Rheumatologin den zumeist kardiologischen Kollegen. Therapieoptionen etwa bei Perikarditis sind Colchicin, Steroide und Immunsuppressiva

Rheuma ist für das Herz genauso schlecht wie

Diabetes.

Schlagworte:
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Infektionsschutz bei Krebspatienten

Hämatologische Neoplasien: Welche Impfungen bei Betroffenen sinnvoll sind

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?