PKV-Statistik

2024 brachten Privatpatienten ärztlichen Praxen 8,8 Milliarden Euro Mehrumsatz

22 Prozent des ambulanten Honorarumsatzes entfällt einer aktuellen Auswertung des PKV-Instituts auf Privatpatienten. Zuletzt hatte daraus eine durchschnittliche Praxis rund 82.000 Euro Mehrumsatz.

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Berlin. Das Prestige der Privaten Krankenversicherung (PKV) bei Ärzten und Kliniken ist vor allem auf den Mehrumsatz zurückzuführen, der sich bei gleicher Leistung aufgrund höherer Vergütungssätze mit Privatpatienten gegenüber Kassenpatienten erwirtschaften lässt. An diesem Erfolgsindikator wird – ungeachtet etwaiger Umverteilungseffekte – auch die anstehende GOÄ-Reform gemessen werden können.

2024 betrug der Mehrumsatz laut jüngstem Jahresbericht des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) 15,5 Milliarden Euro (+7,3 Prozent zum Vorjahr) – bei Gesamtausgaben von 48,7 Milliarden Euro (+8,3 Prozent). Die Zahlen setzen sich zusammen aus den Aufwendungen der PKV-Unternehmen in der Krankenvollversicherung sowie der Beihilfe und der Eigenbeteiligung der Versicherten.

Größter Ausgabenblock der PKV war im Berichtsjahr – wie gehabt – die ambulante ärztliche Versorgung mit 15,4 Milliarden Euro (+8,4 Prozent). Hier nahm der Mehrumsatz mit knapp 8,8 Milliarden Euro leicht überdurchschnittlich um 9,7 Prozent zu. Den zweithöchsten Mehrumsatz erzielten mit 3,2 Milliarden Euro (+6,6 Prozent) die Zahnärzte – bei Spartenausgaben von insgesamt 5,4 Milliarden Euro (+5,2 Prozent).

Spiegel der Abrechnung zum Regelhöchstsatz

„Die ambulant-ärztliche Vergütung für PKV-Versicherte liegt etwa beim 2,3-fachen der hypothetischen GKV-Vergütung“, heißt es im WIP-Report. Und spiegelt damit ziemlich genau die Abrechnung zum Regelhöchstsatz wider. Der Mehrumsatz lasse sich „folglich in erster Linie als Resultat eines Preiseffekts erklären“.

Umgerechnet auf sämtliche, laut Bundesärztekammer 106.623 ärztliche Praxen (in 2024) betrug den Angaben zufolge der mittlere Mehrumsatz je Praxis aus GOÄ-Abrechnung 82.171 Euro (+11,3 Prozent) – bei jedoch 1.579 weniger Betrieben als im Vorjahr; 1,7 Punkte der Veränderungsrate sind auf die verringerte Praxis-Anzahl zurückzuführen.

Nicht ohne Stolz verweisen die Autoren des aktuellen WIP-Reports auf den mit 15,6 Prozent überproportionalen Finanzierungsanteil der PKV an den Gesundheits-Gesamtausgaben im dualen System (311,5 Mrd. Euro, davon 262,9 GKV). In der ambulanten Versorgung erreiche der Finanzierungsanteil der PKV sogar knapp 22 Prozent. Der Bevölkerungsanteil Privatversicherter betrage hingegen nur 10,5 Prozent. (cw)

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