Alternde Gesellschaft

Ü45-Check-up soll Prävention voranbringen

Mit dem neuen arbeitsmedizinischen Check-up sollen vor allem die Personen erreicht werden, die bisher durchs Präventionsraster fallen.

Veröffentlicht: 11.06.2018, 12:34 Uhr

BERLIN. "Ich erhoffe mir einen Bewusstseinswandel bei allen Akteuren. Künftig muss es heißen Prävention vor Rehabilitation vor Rente", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Martin Rosemann beim Symposium zum Ü45-Check-up auf dem Hauptstadtkongress. "Und es muss auch eine Bereitschaft geben, in die Gesundheit von Arbeitskräften zu investieren."

Rosemann hat als Mitglied des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales den sozialmedizinischen Check-up mit auf den Weg gebracht. "Ich war an der Entstehung des Flexirentengesetzes beteiligt", erklärte er, in dem die neue Vorsorgeleistung festgeschrieben ist.

Die meisten Regelungen des Gesetzes greifen zwar schon seit vergangenem Jahr – etwa die Zuverdienstmöglichkeiten für Frührentner – am Ü45-Check-up wird aber noch gefeilt.

Keine Vorgaben durch Gesetzgeber

"Der Gesetzgeber hat uns hier keine Vorgaben gemacht, wie wir diese Untersuchung gestalten sollen", berichtete Dr. Susanne Weinbrenner, Leiterin des Geschäftsbereichs Sozialmedizin und Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Bund.

"Und das ist auch gut so, weil wir uns so überlegen können, wie wir den Check-up für die Leistungsberechtigten attraktiv machen können."

Die neue Leistung soll zunächst in Modellprojekten erprobt werden, erste Projekte sind laut Rosemann auch schon angelaufen, etwa der Ü-45 Gesundheitscheck für Pflegekräfte im Landkreis Karlsruhe.

Leistungsberechtigt sollen tatsächlich alle gesetzlich Rentenversicherten ab dem 45. Lebensjahr sein.

Keine Ausgaben-Deckelung

Ziel ist es, die Arbeitskraft zu erhalten und neben besonders beruflich belasteten Gruppen gerade auch die Menschen zu Prävention zu bewegen, die weniger auf ihre Gesundheit achten und andere Leistungen, wie den Check-up 35, den es schon als GKV-Leistung gibt, eher nicht nutzen.

"Uns haben damals die Daten der Rentenkassen schockiert: Nicht einmal 50 Prozent aller Zugänge zur Erwerbsminderungsrente hatten demnach vorab eine Reha-Leistung bekommen", so Rosemann.

Zahlen, die die Politik anlässlich der alternden Gesellschaft zum Handeln bewegt haben. Dabei läuft der neue Check-up ohne Ausgaben-Deckelung, wie Rosemann klarstellte. (reh)

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