Kooperation | Eine Kooperation von: AOK-Bundesverband

Studie

Junge Erwachsene wissen zu wenig über Ernährung

Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen kennt sich zu wenig mit Ernährung aus. Das belegt eine aktuelle Erhebung des AOK-Bundesverbandes.

Veröffentlicht: 09.07.2020, 14:44 Uhr

BERLIN. 60,6 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren haben eine „problematische Ernährungskompetenz“, bei 2,3 Prozent ist sie sogar „inadäquat“. So das Ergebnis einer aktuellen Erhebung des AOK-Bundesverbands. Lediglich 37,1 Prozent der befragten jungen Erwachsenen schnitten in der Wertung ausreichend kompetent ab. „Nur jeder dritte junge Erwachsene weiß, wie gesunde Ernährung funktioniert. Das ist alarmierend“, sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes.

Für die Studie waren insgesamt Antworten von knapp 2000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren ausgewertet worden. Die Auswahl der Gesprächspartner erfolgte auf Basis einer bundesweit repräsentativen Stichprobe nach Mikrozensus-Angaben des Statistischen Bundesamtes. Der Fragenkatalog umfasste das breite Spektrum der Ernährungskompetenz: Neben dem informierten Umgang mit Nährwertkennzeichnungen gehört dazu die Fähigkeit, Lebensmittel eigenständig zuzubereiten, sie richtig zu lagern, bewusst einzukaufen – auch wenn das Budget niedrig ist. Weiter ging es darum, ob gemeinsame Mahlzeiten im Alltag eingeplant werden, ob Süßem auch mal widerstanden und ein gesünderer Snack gewählt werde.

Bei mehr als fünfzig Prozent Kompetenz problematisch

Über alle Altersgruppen hinweg, so das Ergebnis, wissen die Befragten zu wenig über den richtigen Umgang mit Ernährung: Bei 51,6 Prozent der Befragten wurde die Kompetenz als „problematisch“, bei 2,1 Prozent sogar als „inadäquat“ eingestuft. Weniger als die Hälfte (45,9 Prozent) erreichten ein „ausreichend“, nur 0,4 Prozent ein „Exzellent“. Deutliche Unterschiede zeigten sich zwischen den Geschlechtern und den Altersgruppen. Während die Mehrheit der Frauen (53 Prozent) in Sachen Ernährung ausreichend Bescheid weiß, ist dies nur bei 38 Prozent der Männer der Fall.

Im Vergleich der Altersgruppen schnitten die 60- bis 69-Jährigen am besten ab – rund 57 Prozent von ihnen verfügen über eine „ausreichende“ oder gar „exzellente“ Ernährungskompetenz.

Die Ergebnisse von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich kaum, wohl aber bestätigt die Studie den Zusammenhang zwischen Bildungsabschlüssen und Ernährungskompetenz. 37,2 Prozent der Menschen mit einem Haupt- oder Volksschulabschluss sind ausreichend kompetent, bei Menschen mit Abitur liegt der Anteil bei 56,4 Prozent.

„Wenn wir hier einen Kurswechsel wollen, müssen wir das Thema gesunde Ernährung fest in unserem Bildungssystem und den Curricula verankern. Die Vermittlung von Ernährungskompetenz darf nicht mit dem Schulgong enden, wichtig wäre sie darüber hinaus in der Jugendarbeit und Erwachsenenbildung“, betont Litsch. (wer)

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