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Heilmittel

eTherapiebericht spart auch Ärzten Zeit

Damit Therapeuten ihre Berichte nicht mehr umständlich ausdrucken und per Fax oder Brief auf den Weg zum Arzt bringen müssen, bietet die AOK PLUS eine Internet-Plattform für den Versand auf elektronischem Weg.

Von Taina Ebert-Rall Veröffentlicht:
Die Therapeuten erstellen im Serviceportal der AOK PLUS den Therapiebericht. Per Mausklick wird er anschließend an den behandelnden Arzt versandt. (Motiv mit Fotomodell)

Die Therapeuten erstellen im Serviceportal der AOK PLUS den Therapiebericht. Per Mausklick wird er anschließend an den behandelnden Arzt versandt. (Motiv mit Fotomodell)

© WavebreakmediaMicro / stock.adobE.com

Dresden. Bereits seit Anfang Juli können Heilmittel-Leistungserbringer in Sachsen und Thüringen von Ärzten gewünschte Behandlungsberichte auf elektronischem Weg erstellen und versenden. Dafür stellt die AOK PLUS mit dem elektronischen Therapiebericht (eTherapiebericht) als bundesweit erste Krankenkasse eine sichere elektronische Übertragungsmöglichkeit für Berichte von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zur Verfügung.

„Das erleichtert nicht nur die Arbeit von Therapeuten, sondern auch von Ärzten“, sagt Christina Grizenko, die das Projekt als Projektleiterin begleitet hat. „Durch den eTherapiebericht erhalten behandelnde Ärzte sofort einen aktuellen Überblick über den Stand der Therapie bei ihren Patienten und können schneller Folgeverordnungen einschätzen. Damit können sie weitere Termine besser planen, und der jeweilige Patient kann die Therapie nahtlos fortsetzen, sollte das erforderlich sein.“

Viele Arbeitsschritte fallen weg

„Für uns bietet der eTherapiebericht den Vorteil, dass etliche Arbeitsschritte wegfallen wie das Ausdrucken und das Versenden des Berichts per Fax oder als Brief“, sagt Nicole Walbert von der physio- und ergotherapeutische Praxis Stöß im vogtländischen Oelsnitz. „Elektronisch geht das schneller und einfacher. Und viele Ärzte möchten heutzutage auch kein Fax mehr geschickt bekommen, das ist ihnen zu unsicher.“ Allerdings, so schränkt Walbert ein, „sind bisher noch nicht so viele Ärzte dabei“.

Dies dürfte sich nach Worten von Grizenko jedoch bald ändern. „Da Anfang 2021 die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingeführt wird und verpflichtend ab Oktober 2021 zu nutzen ist, dürften die meisten Arztpraxen bis dahin mit der entsprechenden Telematikinfrastruktur-Technik ausgestattet sein“, sagt sie.

Aktuell wird der eTherapiebericht über den datenschutzkonformen Kommunikationsdienst „KV-Connect“ der Kassenärztlichen Vereinigung geroutet. Für den Empfang von eTherapieberichten ist die kostenlose Registrierung auf der Homepage der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung notwendig sowie ein eArztbrief-Postfach in der Praxisverwaltungssoftware. „Wir hoffen, dass weitere Arztpraxen sich ein KV-Connect-Postfach zulegen, um schon heute eTherapieberichte erhalten zu können“, so Grizenko weiter.

Um das Angebot nutzen zu können, erstellen Therapeuten im Serviceportal der AOK PLUS den Therapiebericht. Eine ausfüllbare Maske erleichtert die Erstellung. Alternativ kann eine PDF-Datei, die zum Beispiel über ein Textprogramm oder in der Praxissoftware erstellt wurde, zum Versand auf dem Portal hochgeladen werden.

Per Mausklick wird nun der Bericht an den behandelnden Arzt versandt. Voraussetzung dafür ist, dass der Arzt eArztbriefe empfangen kann. Der elektronische Versand ist auch über eine eTB-konforme Praxissoftware möglich, was nach Worten Grizenkos „noch praktischer für Therapeuten ist“.

Die AOK PLUS bindet im nächsten Schritt den eTherapiebericht an die Telematikinfrastruktur, den Kommunikationsdienst „Kommunikation im Medizinwesen“, kurz KiM, der gematik, an. „Hierbei sind wir jedoch abhängig von den Rahmenbedingungen. Aktuell ist die Ausstattung mit den notwendigen Komponenten für uns bzw. für unseren eingebundenen IT-Dienstleister nicht möglich. Da hoffen wir auf baldige Lösung der gematik“ sagt Grizenko.

„Mit dem neuen Angebot treiben wir die Vernetzung zwischen Therapeuten und Ärzteschaft voran, die bisher aufgrund der fehlenden Anbindung der Therapeuten an die Telematik-Infrastruktur nicht geschehen ist.“, sagt Stefan Knupfer, Vorstand der AOK PLUS. So unterstütze die AOK auch die Digitalisierung im Gesundheitswesen insgesamt.

1470 Heilmittel-Praxen sind dabei

Die Therapieberichte selbst können nur von den Therapeuten und dem behandelnden Arzt oder der Ärztin eingesehen werden. Die AOK PLUS stellt ausschließlich die IT-Infrastruktur zur Verfügung. Alle Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit werden eingehalten. Schon mehr als 1470 Heilmittel-Praxen sind laut Grizenko inzwischen registriert.

Die Zahl der angeschlossenen Arztpraxen liegt mit rund 300 in Sachsen und Thüringen allerdings noch deutlich darunter. „Wir setzen darauf, dass die Internetverbindungen nun nach und nach besser werden und dann auch immer mehr Ärzte dieses Angebot nutzen können“, so Grizenko. „Da muss man ein bisschen geduldig sein.“

Durch den eTherapiebericht erhalten behandelnde Ärzte sofort einen aktuellen Überblick über den Stand der Therapie bei ihren Patienten und können schneller Folgeverordnungen einschätzen.

Christina Grizenko, Projektleiterin eTherapiebericht bei der AOK PLUS

Neben dem eTherapiebericht kann auch die Online-Härtefallabfrage über das gleiche Portal genutzt werden. Mit dieser ermöglicht die AOK PLUS Therapeuten, den Status der Zuzahlungsbefreiung ihrer Patienten nach deren Einwilligung schnell und einfach zu überprüfen. Damit entfällt die Rückfrage bei der Krankenkasse, wenn die Versicherten den Nachweis über ihre Zuzahlungsbefreiung nicht bei sich tragen.

Vorstufe der eVerordnung

Der eTherapiebericht ist nach weiteren Angaben Grizenkos die Vorstufe der elektronischen Verordnung. An diesem Vorhaben arbeitet die AOK-Gemeinschaft schon seit längerer Zeit. Einige AOKs, zu denen auch die AOK PLUS gehört, werden die elektronische Verordnung 2021 umsetzen. Als erster Anwendungsfall in Sachsen und Thüringen dient das Muster 13, die Heilmittelverordnung. Ziel ist der Verzicht auf die Papierverarbeitung. „Der aktuelle Prozess enthält viele Umwandlungen von Papier in digital und umgekehrt bei allen Prozessbeteiligten, also bei Ärzten, weiteren Leistungserbringern und bei der AOK“, so Grizenko. Dafür müssen jedoch noch einige Voraussetzungen erfüllt werden, etwa verbesserte Rahmenbedingungen für digitale Muster. „Am Ende wird alles schneller und transparenter. Das bringt für die Patienten spürbare Vorteile.“

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