Polypen

Auch die Resektion will gekonnt sein

Veröffentlicht: 20.03.2013, 10:02 Uhr

Bei der Polypektomie bleibt erstaunlich häufig neoplastisches Gewebe stehen. Das hat eine US-Studie ergeben.

WHITE RIVER JUNCTION. Jede zehnte endoskopische Polypektomie ist unvollständig, so eine prospektive US-Studie in White River Junction/Vermont (Gastroenterol 2013; 144: 74-80).

Bei 269 Patienten wurden 418 Darmpolypen mit Schlinge und Elektrokauter entfernt. 346 Polypen waren neoplastisch, davon wurden 286 als tubuläre, tubulovillöse oder villöse Adenome klassifiziert. Elf Polypen waren bereits hochgradig dysplastisch und ein Polyp war ein Karzinom.

Angestrebt war eine En-bloc-Resektion, was zu 85% auch gelang. Bei zwei Drittel der Polypen wurde die Abtragung als einfach und nur bei 12% als schwierig beurteilt. Bei 3% der Patienten kam es direkt nach dem Eingriff zu einer Blutung. Schwere Komplikationen traten nicht auf.

Sobald der Endoskopiker nach sorgfältiger makroskopischer Inspektion davon ausging, dass der Polyp komplett entfernt war, wurden von den Resektionsrändern Biopsien entnommen. Dabei stellte sich heraus, dass von 10,1% der neoplastischen Polypen Gewebe stehen geblieben war.

Das Risiko für eine unvollständige Resektion erhöhte sich mit der Größe der Polypen. Bei Polypen von 10-20 mm Durchmesser war die Gefahr doppelt so groß wie bei Polypen von 5-9 mm.

Raten der inkompletten Resektionen variierten

Bei sessilen serratierten Adenomen/Polypen (SSA/P) war eine inkomplette Entfernung sogar viermal wahrscheinlicher als bei anderen neoplastischen Polypen. SSA/P mit einer Größe von mindestens 10 mm waren zu fast 50% davon betroffen.

Sowohl die hochgradigen Dysplasien als auch das Karzinom wurden jedoch vollständig abgetragen.

Wie erfolgreich die Polypektomie war, hing auch vom behandelnden Endoskopiker ab. Die individuellen Raten der inkompletten Resektionen variierten von 7 bis 23%.

Die hohe Quote inkompletter Polypektomien sei eine der Ursachen für Intervall-Karzinome, schreiben die Autoren. Besonders den Polypenrändern müsse mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden -mit speziellen bildgebenden Verfahren wie Narrow-Band-Imaging oder Chromoendoskopie.

"Die Durchführung einer qualitativ hochstehenden und wirksamen Endoskopie erfordert nicht nur Expertise beim Aufspüren neoplastischer Polypen, sondern auch bei deren Entfernung", so die Ärzte. (bs)

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