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Bei Ärger mit der zwölften Rippe hilft Krankengymnastik

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Das Syndrom der zwölften Rippe durch eine Blockierung des Costovertebralgelenks ist zwar ein seltenes, aber oft übersehenes Schmerzsyndrom. Denn die Ursachen für die dumpf drückenden, ziehenden und manchmal kolikartigen Schmerzen werden häufig intraabdominal gesucht. Viele Patienten haben daher schon mehrere Laparoskopien hinter sich, ohne daß die eigentliche Ursache erkannt worden ist. Was in einem solchen Fall zu tun ist, berichtet Dr. Thomas Flöter vom Schmerzzentrum Frankfurt am Main.

  • Die aktuelle Situation

Eine 36jährige selbständige Friseurmeisterin leidet seit drei Jahren an rezidivierenden, drückenden, teilweise krampfartigen Ober- und Mittelbauchschmerzen, die Stunden oder Tage andauern können.

Die Schmerzen treten unvorhersehbar besonders bei Seitbewegung und Rotation des Rumpfes auf, berichtet die Frau. Manchmal machen sie sich aber auch im Schlaf mitten in der Nacht bemerkbar.

  • Was ist bisher passiert?
  • Was ist nun zu tun?

Bei der körperlichen, funktionellen Untersuchung fällt ein paravertebraler Muskelhartspann im unteren BWS-Bereich mit Blockierung des Costovertebralgelenks der zwölften Rippe rechts auf. Die Spitze speziell der freien zwölften Rippe ist extrem druckempfindlich. Es finden sich zudem myofasziale Triggerpunkte im Musculus quadratus lumborum und Musculus obliquus externus.

Eine therapeutische Lokalanästhesie des Costovertebralgelenkes des 12. Intercostalnerven und der Spitze der zwölften Rippe sowie der myofaszialen Triggerpunkte paravertebral und in der Bauchwand bringt eine sofortige Erleichterung. Zusätzlich werden transkutane elektrische Nervenstimulation und Krankengymnastik im Schlingentisch verordnet.

Eine Medikation mit Metamizol und Valoron® N retard (zwölfstündlich 100 mg) zur anhaltenden Schmerzlinderung ergänzt die Therapie und erleichtert die funktionelle Behandlung. Die Patientin wird dadurch völlig schmerzfrei. Insgesamt sechs Behandlungen genügen für eine bleibende Schmerzfreiheit: Nach sechs Wochen können dann auch alle Medikamente wieder abgesetzt werden.



FAZIT

Das Syndrom der zwölften Rippe könnte, wenn man nur daran denkt, sicherlich viel häufiger als bisher diagnostiziert werden. Typisch sind tiefe Thorax- oder Abdominalschmerzen, die langandauernd, drückend und ohne klare Ursache trotz Ultraschall- und Röntgenuntersuchung sind. Wichtige Differentialdiagnosen sind Myokardinfarkt, Gallenkoliken oder akute Pankreaserkrankungen. Die Behandlung mit Lokalanästhesie, Krankengymnastik und die frühzeitige Anwendung eines ausreichend starken Analgetikums (WHO-Stufe II) sind eine schnelle und wirkungsvolle Therapie. Patienten sollten zudem angehalten werden, durch eigenes Training Bauch- und Rückenmuskulatur zu stärken, um erneuten Beschwerden vorzubeugen.

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