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Bei Konjunktivitis ist Antibiose oft nicht nötig

SOUTHAMPTON (ars). Die beste Therapie bei akuter infektiöser Konjunktivitis: den Patienten eine Antibiotika-Therapie in Aussicht zu stellen, falls die Symptome nach drei Tagen nicht schwächer geworden sind. Den Vorteil des Abwartens belegt eine britische Studie.

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Akute infektiöse Konjunktividen sind jeweils etwa zur Hälfte viral oder bakteriell bedingt. Fast immer klingen die Symptome - Rötung der Augen, Brennen, Ausfluß, Verklebungen am Morgen, geschwollene Lider oder Sehstörungen - von selbst ab. Dennoch werden oft lokal wirksame Antibiotika verordnet.

Ob das tatsächlich empfehlenswert ist, haben Wissenschaftler um Dr. Hazel A. Everitt aus Southampton untersucht. Sie teilten die Patienten - 307 Kinder und Erwachsene - in drei Gruppen auf (BMJ 333, 2006, 321).

Der ersten verschrieben die Kollegen gleich Augentropfen mit Chloramphenicol, der zweiten Gruppe boten sie vorerst nur an, sich nach drei Tagen ein Rezept abzuholen, falls die Symptome sich nicht gebessert hätten. Die dritte Gruppe bekam weder ein Medikament verordnet noch ein Rezept in Aussicht gestellt.

Alle Patienten führten Tagebuch und werteten ihre Beschwerden auf einer Punkte-Skala. Null Punkte bedeuteten keine, sechs Punkte schlimmstmögliche Symptome.

Als ähnlich günstig wie die sofortige antibiotische Therapie erwies es sich, erst einmal abzuwarten. Nur ungefähr die Hälfte dieser Patienten holte sich das Rezept für Chloramphenicol ab.

Trotzdem dauerte die Erkrankung bei ihnen nur unwesentlich länger als bei denen, die sofort Augentropfen anwendeten: durchschnittlich 3,3 Tage versus 3,9. In der dritten Gruppe hatten die Patienten übrigens 4,8 Tage Beschwerden. Nach zehn Tagen waren in jeder Gruppe fast 100 Prozent geheilt.

Und: Patienten, die mit der Therapie warten sollten, gingen in den folgenden zwei Wochen signifikant seltener zum Arzt als alle anderen.

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