Demenz

Beratung plus Arzneitherapie - das sorgt bei Demenz für Entspannung

MAINZ (hbr). Gedächtnisprobleme bedrücken Alzheimer-Patienten vor allem im frühen Krankheitsstadium. Mit fortschreitender Demenz werden dagegen Verhaltensauffälligkeiten wichtiger. Unter ihnen leiden Patienten und Familie stärker als unter dem Gedächtnisverlust der Erkrankten.

Veröffentlicht: 27.07.2007, 08:00 Uhr

Es sind vor allem die neuropsychiatrischen Symptome, die den Verlauf der Krankheit charakterisieren. Darauf hat Dr. Andreas Fellgiebel von der Gedächtnisambulanz der Universität Mainz hingewiesen. Denn nur bei leichter Demenz sei es noch von Bedeutung, wie viel die Patienten sich merken und wie gut sie sich sprachlich ausdrücken können. Bei fortgeschrittener Demenz werden vor allem Faktoren wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Agitation bestimmend, aber auch Depressivität und Apathie.

Verhaltensprobleme überfordern oft die Angehörigen

Solche Symptome reduzieren die Lebensqualität der Patienten und belasten die pflegenden Angehörigen erheblich - und damit die Beziehung zwischen Angehörigen und Patienten. Die Angehörigen sind dann mit der Pflege überfordert und werden selbst reizbar oder depressiv. Die Folge: Ihre Lebensqualität sinkt. Dies wirkt sich wiederum belastend auf die Patienten aus, und kann deren Verhaltensstörungen verstärken. Ist dagegen die Lebensqualität der pflegenden Angehörigen gut, stimmt sie meist auch bei den Patienten.

Antidementiva wie Cholinesterase-Hemmer und Memantine können Verhaltensstörungen lindern. Daten belegen zum Beispiel für Patienten mit Memantine (Ebixa®) eine signifikant geringere Agitiertheit und Aggression als mit Placebo. Ähnliches gilt für die Kombination von Memantine plus Donepezil im Vergleich zu Donepezil alleine, sagte Fellgiebel bei einer Veranstaltung von Lundbeck in Mainz. Mit der Kombitherapie nahmen in einer Studie in 24 Wochen Agitiertheit, Aggression und Reizbarkeit deutlich ab, und der Appetit nahm zu.

Gespräche erleichtern Umgang mit Demenz-Kranken

Zudem profitieren Patienten und Angehörige bei belastenden Symptomen offenbar auch von einer unterstützenden Beratung vor Ort. So suchten in einer Studie spezialisierte Krankenschwestern die Patienten zuhause auf. Alle Demenz-Patienten waren auf ein Antidementivum eingestellt. Zusammen mit der Familie analysierten die Schwestern die Verhaltensprobleme und erarbeiteten Möglichkeiten, damit umzugehen. Das Ergebnis: Die Kombination von Arzneitherapie und Beratung reduzierte Verhaltensänderungen am stärksten.

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