Besondere Therapie für Patienten mit Bandscheibenvorfall

BERLIN (ner). Ein besonderes Stabilisierungssystem für die Wirbelsäule soll nach Nukleotomie ein Fortschreiten der Degeneration verhindern. In einer neuen Studie an der Charité in Berlin hatten Patienten, die mit dem Stabilisierungssystem operiert worden waren, nach drei Jahren signifikant weniger Schmerzen als konventionell operierte.

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Die 84 Patienten mit Bandscheibenvorfall der unteren LWS hatten sich einer minimal-invasiven Nukleotomie unterzogen. 35 von ihnen implantierten Dr. Michael Putzier von der Orthopädischen Uniklinik Campus Mitte in Berlin und seine Kollegen anschließend das System Dynesys® (Dynamic Neutralization System).

Für ein Segement werden vier Titanschrauben über- und unterhalb des betroffenen Bandscheiben-Raumes von hinten nach vorn in die Wirbel gebohrt. Zwischen den Schraubenköpfen werden flexible Abstandshalter angebracht und mit reißfesten Bändern befestigt. Die Abstandshalter halten die Wirbelgelenke in Position und begrenzen Streckbewegungen, die Bänder begrenzen die Beugebewegungen.

    Abstandshalter und Bänder begrenzen Beugebewegungen.
   

Damit soll eine Überbeweglichkeit des LWS-Segments unterbunden werden. Diese würde zum raschen Fortschreiten der Degeneration führen, wie sie nach Nukleotomien oft vorkommt. Jedoch ist mit dem Implantat eine gewisse Beweglichkeit gegeben, ein Vorteil im Vergleich zur Spondylodese. Eine solche Wirbelsegment-Versteifung ist eine viel diskutierte weitere Therapieoption etwa bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen.

Drei Monate nach der Operation hatte sich das Befinden sowohl der nur per Nukleotomie behandelten Patienten (Gruppe 2) als auch der zusätzlich mit dem Stabilisierungssystem behandelten (Gruppe 1) signifikant gebessert, so Putzier. Die Schmerzen hatten auf der zehnstufigen visuellen Analogskala (VAS) von acht Punkten präoperativ auf zwei bis drei Punkte abgenommen. Auch die Bewertung mit einem subjektiven Funktionsindex (Oswestry-Score) ergab signifikante Besserungen (Spine 30, 2005, E109).

Nach durchschnittlich drei Jahren hatten bei den nur mit Nukleotomie behandelten Patienten die Schmerzen signifikant zugenommen, und zwar auf im Mittel vier Punkte. Bei den mit dem Stabilisierungssystem versorgten Patienten jedoch nicht.

Außerdem kamen bei den Patienten ohne dieses System häufiger Gefühlsstörungen und Muskelschwäche vor. Bei einigen dieser Patienten wurde radiologisch oder per Magnetresonanz-Tomographie ein Fortschreiten der Wirbelsäulendegeneration diagnostiziert.

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