Biologicals - Deutschland ist Schlusslicht

BERLIN (gvg). Nirgendwo sonst in Westeuropa erhalten Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) so selten Biologicals wie in Deutschland. Dabei stehen die Krankenkassen den neuen Therapien bisher durchaus aufgeschlossen gegenüber.

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Im vergangenen Jahr erhielten in Deutschland 7,4 Prozent der RA-Patienten mit Basistherapie zusätzlich ein Biological, so Professor Klaus Krüger aus München zu den Ergebnissen einer Studie von IMS Health. Damit habe Deutschland die rote Laterne in Westeuropa. Unter zehn Prozent liege nur noch Italien mit 8,6 Prozent. Die meisten anderen Länder kommen auf 15 bis 30 Prozent. Spitzenreiter sind Norwegen mit 32,1 Prozent sowie Belgien und Schweden mit je 26 Prozent. Österreich und die Schweiz erreichen jeweils knapp 16 Prozent, sagte der Rheumatologe bei einer Veranstaltung von BristolMyers Squibb.

"Wenn wir die Zahlen auf alle RA-Patienten hochrechnen, erhält in Deutschland nur jeder 50. ein Biological", so Krüger. Den Grund für die Zurückhaltung in Deutschland sieht Krüger im gesundheitspolitischen Klima: Es werde über den Verordnern eine Drohkulisse aufgebaut. Das führe bei Ärzten dazu, das Biological-Rezept auch dann nicht zu zücken, wenn es eigentlich nötig wäre.

13 Jahre Krankheitsdauer vergingen im Mittel, bis in Deutschland ein RA-Patient eine Biological-Therapie erhält. Die Präparate können ihre ganze Stärke aber nur bei frühem Einsatz ausspielen, so Krüger. Die Krankenkassen sperrten sich bisher jedoch nicht gegen Biological-Therapien bei RA: "Es gab deswegen meines Wissens bisher keinen einzigen Regress", so Krüger. Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie würden akzeptiert, Ärzte bekämen bisher keine Schwierigkeiten, wenn sie sich daran hielten.

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