Chance auf Heilung beim follikulären Lymphom

BERLIN (grue). Für Patienten mit follikulärem B-Zell-Lymphom ist der monoklonale Antikörper Rituximab die wichtigste neue Therapie-Option. Denn das Mittel verlängert die progressionsfreie Zeit in der Primär- und Sekundärtherapie und führt zu langanhaltenden Remissionen. Das bedeutet eine Chance auf Heilung.

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Jährlich erkranken in Deutschland 11 000 Menschen an Non-Hodgkin-Lymphomen, davon 5000 an einem follikulärem Lymphom, bei dem B-Zellen entarten. Einen günstigen Krankheitsverlauf hat Professor Mathias Rummel von der Universität Frankfurt am Main bei einer Veranstaltung von Hoffmann-La Roche beim Krebskongreß in Berlin beschrieben.

Bei einer Patientin mit follikulärem Lymphom Grad 1 - also etwa mit Befall nur einer einzigen Lymphknotenregion - wurde nach mehrjährigem Abwarten wegen zunehmender Vergrößerung der Lymphknoten eine Induktionstherapie eingeleitet. Der Onkologe wählte dafür eine Kombitherapie mit Rituximab (MabThera®). Solche Therapien sind Standard in der Erstlinien-Therapie beim nichtaggressiven follikulären Lymphom.

Als Kombipartner für Rituximab kommen mehrere Chemotherapeutika in Frage, etwa die Kombinationen CVP (Cyclophosphamid, Vincristin, Prednison) und CHOP (Cyclosphosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison) oder Bendamustin. "Aber erst die Kombination mit Rituximab bringt für die Patienten den entscheidenden Vorteil", sagte Rummel.

"Die antikörperhaltige Kombitherapie erhöht die Ansprechrate, verlängert die progressionsfreie Zeit und verbessert die Gesamtüberlebensrate." Patienten sprechen auf eine Therapie an, wenn Krebszellen um wenigstens 30 Prozent verringert werden und dies auch vier Wochen später noch der Fall ist.

Auch die Patientin, deren Krankengeschichte Rummel vorstellte, hatte auf die Induktionstherapie angesprochen. Sie erhielt danach eine autologe Stammzelltransplantation und ist seit nunmehr eineinhalb Jahren krankheitsfrei. "Wir beobachten unter diesen Therapien langanhaltende Remissionen, die womöglich Heilung bedeuten", sagte der Hämatologe.

Auch bei Patienten mit rezidiviertem follikulärem Lymphom wird der Antikörper erfolgreich genutzt. Das gilt besonders für die Erhaltungstherapie mit Rituximab. In einer Studie wurden Patienten im Anschluß an eine erfolgreiche Induktionstherapie alle drei Monate mit Rituximab für zwei Jahre oder bis zum Rezidiv behandelt. Nach drei Jahren lebten noch 85 Prozent der Patienten in der Verumgruppe, verglichen mit 77 Prozent bei Patienten ohne Rituximab-Therapie.

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