Darm-eigenes Antibiotikum mit viel Potenzial

STUTTGART (otc). Einem deutschen Forscherteam ist es gelungen, einen neuen Mechanismus des menschlichen Immunsystems gegen Darmbakterien und krankheitserregende Hefepilze zu identifizieren.

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Der Hauptakteur dabei: das Beta-Defensin 1 (hBD-1), ein körpereigenes Antibiotikum. Defensine, beziehungsweise ihr Mangel, spielen eine entscheidende Rolle bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED).

Das hBD-1 war zwar seit längerem bekannt, es hatte sich jedoch stets - in Gegenwart von Sauerstoff - als wenig wirksam gegen Erreger erwiesen.

Das war die Crux: Als die Stuttgarter Forscher unter Leitung von Dr. Jan Wehkamp das Defensin unter sauerstoffarmen Bedingungen, wie sie auch im Darm herrschen, testeten, entfaltete es eine starke antibiotische Wirkung (Nature 2011, 469: 419).

Zusätzlich entdeckten die Wissenschaftler, dass ein weiteres menschliches Eiweiß (Thioredoxin) das hBD-1 auch in Gegenwart von Sauerstoff aktivieren kann.

Sie konnten zudem zeigen, dass dieses Eiweiß bei CED nur vermindert produziert wird. Somit ist bei der Entzündung die Immunabwehr gegen Pilze und Bakterien gestört.

Die Forscher hoffen, dass der jetzt identifizierte Mechanismus mögliche Ansatzpunkte für neue Therapien bietet.

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