Chronische Darmentzündungen

Darm-eigenes Antibiotikum mit viel Potenzial

STUTTGART (otc). Einem deutschen Forscherteam ist es gelungen, einen neuen Mechanismus des menschlichen Immunsystems gegen Darmbakterien und krankheitserregende Hefepilze zu identifizieren.

Veröffentlicht: 23.01.2011, 10:07 Uhr

Der Hauptakteur dabei: das Beta-Defensin 1 (hBD-1), ein körpereigenes Antibiotikum. Defensine, beziehungsweise ihr Mangel, spielen eine entscheidende Rolle bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED).

Das hBD-1 war zwar seit längerem bekannt, es hatte sich jedoch stets - in Gegenwart von Sauerstoff - als wenig wirksam gegen Erreger erwiesen.

Das war die Crux: Als die Stuttgarter Forscher unter Leitung von Dr. Jan Wehkamp das Defensin unter sauerstoffarmen Bedingungen, wie sie auch im Darm herrschen, testeten, entfaltete es eine starke antibiotische Wirkung (Nature 2011, 469: 419).

Zusätzlich entdeckten die Wissenschaftler, dass ein weiteres menschliches Eiweiß (Thioredoxin) das hBD-1 auch in Gegenwart von Sauerstoff aktivieren kann.

Sie konnten zudem zeigen, dass dieses Eiweiß bei CED nur vermindert produziert wird. Somit ist bei der Entzündung die Immunabwehr gegen Pilze und Bakterien gestört.

Die Forscher hoffen, dass der jetzt identifizierte Mechanismus mögliche Ansatzpunkte für neue Therapien bietet.

Mehr zum Thema

Ergänzte Leitlinie

Aktualisierte Empfehlungen bei Colitis ulcerosa

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Tipps für CED-Therapie in der Corona-Pandemie

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Bevölkerung unter der Lupe: Den höchsten Anteil an Herzerkranken gibt es weiterhin in den neuen Bundesländern.

Ischämische Herzerkrankung

Wo es besonders viele Herzkranke gibt

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden