Depressionen der Eltern schwächen die Kinder

DENVER (ars). Wenn Vater oder Mutter Depressionen haben, sind die Kinder einer US-Studie zufolge häufiger krank als jene, deren Eltern nicht an solchen Störungen leiden. Zur Prävention schlagen die Wissenschaftler vor, in das Vorsorge-Paket für Kinder einen kurzen Test der Mutter auf Depressionen aufzunehmen.

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Die enge Beziehung zwischen Depressionen bei Eltern und Gesundheit ihrer Kinder haben Forscher aus Denver ermittelt (Pediatrics 119, 2007, e829). Das Team um Dr. Marion Sills prüfte etwa 25 000 Kinder bis 17 Jahre, die an der Klinik behandelt worden waren. Mindestens ein Elternteil war depressiv. Zur Kontrollgruppe gehörten knapp doppelt so viele Kinder mit Eltern ohne Depression.

Wie sich herausstellte, wurden Kinder mit depressiven Eltern häufiger vom Allgemein- oder Notarzt, vom Spezialisten wie Psychiater und Augenarzt oder stationär behandelt. So suchten pro Jahr 65 Prozent der 6- bis 12-jährigen Kinder mit depressiven Eltern einen Spezialisten auf, aber nur 36 Prozent ihrer unbelasteten Altersgenossen. Fast fünf Prozent der Jugendlichen mit depressiven Eltern brauchten eine stationäre Therapie, jedoch nur halb so viele in der Kontrollgruppe. An Vorsorge-Checks nahmen sie mit 16,5 zu 17,2 Prozent signifikant seltener teil. Die Wissenschaftler plädieren dafür, die psychische Betreuung für Eltern zu verbessern. Denn den Kinder hilft es, wenn man depressive Mütter aus ihrem Stimmungstief holt (wir berichteten).

Haben Kollegen den Verdacht, dass Mütter depressiv sind, helfen drei Fragen weiter: "Haben Sie sich im vergangenen Monat oft niedergeschlagen oder hoffnungslos gefühlt?" "Hatten Sie in dieser Zeit oft wenig Freude bei den Dingen, die Sie taten?" "Benötigen Sie deswegen Hilfe?" Depressive antworten auf alle drei Fragen mit ja.

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