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Stammzelltherapie

Deutlich mehr Lebensqualität bei Leukämie

Durch ein Anti-Lymphozyten-Globulin lassen sich lebensbedrohliche Abstoßungsreaktionen effektiv verhindern.

Veröffentlicht:

HAMBURG. Mit einer Optimierung der medikamentösen Therapie lässt sich eine Stammzelltransplantation erfolgreicher als bisher gestalten: Wird vor der Transplantation ein Anti-Lymphozyten- Globulin (ATG) verabreicht, lassen sich lebensbedrohliche Abstoßungsreaktionen effektiv verhindern.

Das hat eine multizentrische klinische Studie unter Leitung der Klinik für Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ergeben (N Engl J Med 2016; 374:43-53).

In die Studie wurden 168 Patienten aus vier Ländern einbezogen; 27 Therapiezentren waren an der Untersuchung beteiligt, heißt es in einer Mitteilung des UKE.

Mit einer allogenen Blutstammzelltransplantation von verwandten oder unverwandten Spendern können Patienten mit akuten Leukämien oder anderen Blutkrebserkrankungen zu einem hohen Prozentsatz geheilt werden.

Die Stammzelltransplantation ist trotz des hohen Heilungspotenzials eine eingreifende Therapiemaßnahme mit entsprechenden Risiken.

Eine der Hauptrisiken stellt die chronische Spender-gegen-Wirt-Reaktion (GvHR) dar, die die Hauptursache für Spätkomplikationen darstellt und in der Regel mit einer deutlich reduzierten Lebensqualität einhergeht.

Bisherige Versuche, das Risiko dieser Abstoßungsreaktionen zu reduzieren, sind entweder fehlgeschlagen oder waren mit einem erhöhten Rückfallrisiko der Leukämie verbunden.

Die Hamburger Ärzte haben jetzt in der Studie zeigen können, dass das Hinzufügen von ATG das Risiko einer chronischen GvHR bei Patienten mit akuter Leukämie, die von einem Familienspender transplantiert wurden, signifikant reduziert werden konnte.

Besonders die schwere chronische Abstoßungsreaktion konnte durch die Hinzugabe des ATG um über 40 Prozent gesenkt werden.

"Erfreulicherweise kam es, trotz der signifikanten Senkung der schweren chronischen Spender-gegen-Wirt-Reaktion, weder zu mehr Infektionen noch zu mehr Rückfällen der Leukämie nach der Transplantation", wird Professor Nicolaus Kröger, Direktor der Klinik für Stammzelltransplantation und klinischer Leiter der multizentrischen Studie in der Mitteilung zitiert.

Durch die Hinzugabe von ATG sei es gelungen, die Lebensqualität der Patienten nach allogener Stammzelltransplantation ohne Einschränkung der Heilungschancen deutlich zu verbessern. (eb)

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