Gynäkologie

Digitale Kolposkopie könnte Krebs-Diagnostik verbessern

BERLIN (ner). Durch digitale Kolposkopie mit telematischen Optionen könnte die Früherkennung des Zervixkarzinoms weiter optimiert werden, meinen Berliner Frauenärzte. Mit der Methode lassen sich Befunde am PC zuverlässig reproduzieren und - auf Wunsch - durch spezialisierte Kollegen kontrollieren.

Veröffentlicht: 28.09.2006, 08:00 Uhr

In einer vom Bundesforschungsministerium geförderten Studie mit 315 Frauen an der Charité in Berlin mit auffälligem Zervixabstrich wurden die Frauen zunächst mit einem digitalen Kolposkopie-Gerät untersucht.

Das hat Professor Wolfgang Kühn beim Gynäkologen-Kongreß in Berlin berichtet. Ein weiterer Kollege beurteilte die Befunde nur anhand anamnestischer Daten und im PC gespeicherter Bilder.

    Spezialist kann die Befunde kontrollieren.
   

Ergebnis: Zwischen Primär- und Sekundäruntersucher bestand in 68 Prozent der Fälle Übereinstimmung in der Befundeinstufung. Lediglich 14 Prozent der Befunde wurden vom Zweitbegutachter überbewertet und 17 Prozent unterbewertet. Allerdings wich die Diagnose nur um maximal eine Befundklasse (unauffällig, leicht, mittel, schwer auffällig) ab, so Kühn bei einer Posterpräsentation.

Die Sensitivität eines einmaligen Pap-Tests für das Erkennen von Zervixkrebsvorstufen liegt bei nur 50 Prozent. Die Kombination von zytologischem Screening und Kolposkopie erhöhe die Sensitivität auf mehr als 95 Prozent, argumentieren die Berliner Gynäkologen.

Die digitale Kolposkopie mit telemetrischer Übertragung an einen Zweitbegutachter könne die Diagnosesicherheit bei Frühformen des Zervixkarzinoms weiter erhöhen und darüber hinaus zur Aus- und Weiterbildung von Kolposkopikern beitragen.

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