Direkt zum Inhaltsbereich

Dunkle Schokolade kann den Blutdruck senken

KÖLN (ars). Wer auf Süßes nicht verzichten will, dem sollte man wenigstens zu dunkler Schokolade raten. Dann kann er sein schlechtes Gewissen damit beruhigen, dass der Dickmacher einer Studie zufolge immerhin den Blutdruck senkt.

Veröffentlicht:

Für einen klinisch relevanten Effekt allerdings müsste man täglich eine ganze Tafel verspeisen. Hinweise dafür haben Dr. Dirk Taubert und seine Kollegen aus Köln gefunden. In einer Metaanalyse werteten sie fünf Studien zu Kakao aus (Arch Intern Med 167, 2007, 626). Die 173 Teilnehmer, ein Drittel mit Hypertonie, aßen im Median zwei Wochen lang täglich 100 g dunkle Schokolade.

Verglichen mit der Kontrollgruppe sank der systolische Blutdruck bei ihnen durchschnittlich um 4,7 mmHg, der diastolische um 2,8 mmHg. Wegen des hohen Zucker- und Fettgehalts dunkler Schokolade könne man zwar niemandem den Verzehr größerer Mengen empfehlen, so die Autoren. Praktikabel sei jedoch, sie für süße Gerichte statt anderer kalorienreicher Zutaten zu verwenden.

Dass Bitterschokolade den Blutdruck senkt, ist offenbar bedingt durch ihre hohe Konzentration an Flavonoiden: Eine Tafel enthält 500 mg. Diese Substanzen fördern Studien zufolge die Bildung von Stickstoffmonoxid, das wiederum die Arterien erweitert.

Obwohl schwarzer und grüner Tee ebenfalls reich an solchen Pflanzenstoffen ist, senkt er den Blutdruck nicht, wie die Wissenschaftler in einer weiteren Meta-Analyse festgestellt haben. Die Diskrepanz erklären sie damit, dass Tee-Flavonoide schwächer wirken. Die 343 Teilnehmer der fünf Tee-Studien tranken vier Wochen lang täglich etwa fünf Tassen. So nahmen sie ähnlich viel Flavonoide zu sich wie die Schoko-Esser. Trotzdem ließ sich kein Effekt beobachten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Cochrane-Review

Medikamentös therapieren schon bei leichter Hypertonie?

Nur rund 10% der behandelten Menschen

Therapieresistente Hypertonie ist oft gar keine

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?