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Hintergrund

Ein Dreiklang von Kommunikationsmedien soll künftig das Reisen sicherer machen

Bei Reisenden sollen künftig relevante medizinische Informationen überall verfügbar sein. Dabei setzt die neue CRM travel.CARD des Düsseldorfer Centrums für Reisemedizin sowohl auf eine Papierkarte und die Online-Akte als auch auf die Mobilfunkanwendung.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Soll die medizinische Versorgung von Reisenden noch einfacher machen: die Travel Card.

Soll die medizinische Versorgung von Reisenden noch einfacher machen: die Travel Card.

© CRM Centrum für Reisemedizin

Das Angebot des Düsseldorfer Centrums für Reisemedizin (CRM) basiert auf einem bereits in 20 Ländern existierenden Konzepts des World Medical Center, das vom CRM für Deutschland adaptiert und gemeinsam mit dem Thieme-Verlag vermarktet wird. Herzstück des Angebots ist eine Online-Gesundheitsakte, in die der Reisende medizinisch relevante Informationen eintragen kann.

"Das geht von Diagnosen über die Einträge des Impfpasses bis hin zu dauerhaft oder sporadisch eingenommenen Medikamenten", betonte der wissenschaftliche Leiter des CRM, Privatdozent Tomas Jelinek. Bei einem Arztbesuch im Ausland kann der Reisende dem Arzt diese Akte mittels Passwort und Zugangskennung öffnen, sodass dieser auf die Daten zugreifen kann.

Die Online-Akte speist außerdem die Travel Card, eine wetterfest versiegelte (Papier-)Karte, die der Reisende am besten dort tragen sollte, wo er auch seinen Personalausweis verwahrt. Auf dieser Karte sind Diagnosen, die Blutgruppe, eine eventuelle Organspende-Einwilligung sowie Kontaktdaten von Angehörigen und die Zugriffsdaten für die Online-Akte gespeichert. Wer eine Online-Akte anlegt, bekommt diese Karte in versiegeltem Zustand per Post zugesandt, wenn die erforderlichen Daten eingetragen sind.

Die Papierkarte ist in erster Linie für echte Notfälle gedacht: "Wenn ein Reisender beispielsweise nach einem Unfall bewusstlos ist, kann der Arzt im Reiseland die Karte aufreißen. Er erhält dann die wichtigsten Informationen sofort und kann sich online über weitere Details informieren", so Jelinek.

Eine Mobilfunkanwendung ist schließlich das dritte Standbein der CRM travel.CARD, mit der ebenfalls auf die Daten der Online-Akte zugegriffen werden kann. Hier besteht der Clou darin, dass via Mobilfunk eine Übersetzungsfunktion verfügbar ist, die die hinterlegten Daten in derzeit insgesamt 20 verschiedene Sprachen übertragen kann, darunter auch Chinesisch.

Professor Michael Nobel vom World Medical Center betonte, dass das Eintragen der Daten zunächst einmal dem Patienten beziehungsweise Reisenden selbst obliege. Der Patient ist hier also wirklich der Herr seiner Daten. Damit er mit der für die Übersetzungsfunktion und den Auslandseinsatz wichtigen ICD-Codierung klar kommt, gibt es einen hinterlegten ICD-Thesaurus, der bei der Codierung hilft.

"Ideal wäre es dann, wenn der Arzt diese vom Patienten eingetragenen Daten noch einmal kontrolliert, bevor beispielsweise die Notfallkarte bestellt wird", so Jelinek. Übergroße Sorgen über falsche Einträge macht sich Jelinek aber auch ohne diese "Arztschleife" nicht: "Es ist im Zweifel besser, wenn eine Allergie drinsteht, die es gar nicht gibt, als wenn eine zu wenig drinsteht. Das Risiko von Falschinformationen ist geringer als das Risiko fehlender Informationen."

Vertreiben möchte das Centrum für Reisemedizin seinen neuen reisemedizinischen Service in erster Linie über die fast 6000 reisemedizinisch aktiven Ärzte und Apotheker, die bisher schon mit dem Düsseldorfer Zentrum kooperieren. Um den Ärzten und Apothekern das Überwachen der Inhalte zu erleichtern, sollen sie jährlich einen Obolus in Höhe von etwa zehn Euro erhalten, knapp ein Drittel jener 34,50 Euro, die der Reisende für den Service jährlich an das CRM überweist.

Zusätzlich sei denkbar, dass der Arzt, der die reisemedizinische Betreuung übernimmt, darüber hinausgehende Beratungsleistungen in sein IGeL-Angebot Reisemedizin einkalkuliere, so Jelinek.

Wichtig ist den Initiatoren, dass die Lösung genauso niedrigschwellig wie sicher ist. Unter normalen Umständen sind die Daten nur mit Nutzerkennung und Passwort zugänglich. Geht die Papierkarte, die die Login-Daten enthält, verloren, wird sie gesperrt und ersetzt.

Ein Spezifikum der deutschen Variante der World Medical Card ist übrigens, dass sie auch den "Lifeservice 112" umfasst. Wer also mit dem Mobilfunkgerät die Nummer 112 wählt, kann von der Rettungsleitstelle - nach individueller Einwilligung - überall in Europa geortet werden. Damit verbunden ist für Kartenkunden dann auch der Zugriff auf die Daten der Online-Akte durch die Leitstelle.

travelcard.crm.de

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