Erfolg bei KHK auf Umwegen

SEATTLE (mut). Ärzte können möglicherweise die kardiovaskuläre Prognose depressiver KHK-Kranker bessern, indem sie auf eine gute antidepressive Therapie achten: Bei konsequenter stimmungsaufhellender Therapie ist nämlich auch die Compliance bei der KHK-Therapie besser.

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Darauf deuten Daten aus zwei Studien von US-Ärzten. In einer davon wurden 940 KHK-Patienten befragt. 204 von ihnen waren depressiv. Depressive KHK-Patienten haben bekanntlich ein höheres Risiko für neue kardiovaskuläre Ereignisse als nicht depressive. 14 Prozent der Depressiven gaben in der Studie an, daß sie ihre KHK-Arznei nicht vorschriftsmäßig einnahmen, aber nur fünf Prozent der Nicht-Depressiven.

Doppelt so viele Depressive wie Nicht-Depressive vergaßen öfter ihre KHK-Arznei einzunehmen (18 versus 9 Prozent) oder setzten die Medikation ab (9 versus 4 Prozent). Die Autoren schließen daraus, daß die schlechtere Compliance bei depressiven KHK-Patienten ein wichtiger Grund für ihre schlechtere KHK-Prognose ist (Arch Intern Med 165, 2005, 2508).

Nehmen depressive KHK-Kranke jedoch regelmäßig ihre Antidepressiva, ist nach der zweiten Studie mit über 8000 Kranken die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch, daß sie auch ihre Herzmedikation nehmen - verglichen mit Patienten mit schlechter Compliance (Arch Intern Med 165, 2005, 2501).

Möglicherweise, so die Autoren, könne eine effektive antidepressive Therapie die Patienten dazu motivieren, verstärkt auf ihre Herzgesundheit zu achten.

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