Osteoporose

Erst Zahnsanierung, dann Bisphosphonat-Therapie!

BERLIN (gvg). Bei der Therapie mit Bisphosphonaten kann es in sehr seltenen Fällen zu Osteonekrosen des Kiefers kommen. Patienten sollten nötige Zahnsanierungen deswegen möglichst rasch machen lassen, um das Risiko zu senken.

Veröffentlicht: 16.06.2009, 05:00 Uhr
Erst Zahnsanierung, dann Bisphosphonat-Therapie!

Eine Zahnsanierung sollte bei Bisphosphonat-Therapie bald erfolgen.

© Foto: Christoph Hähnel www.fotolia.de

"Die Inzidenz der Kiefernekrosen bei Bisphosphonattherapie liegt bei der Indikation Osteoporose bei unter eins zu 10 000", hat Professor Bruno Allolio von der Universität Würzburg beim Praxis Update 2009 in Berlin gesagt. Trotzdem sollte das Problem ernst genommen werden, weil es sich um eine ausgesprochen unangenehme Komplikation handelt.

Allolio betonte, dass die seltenen Osteonekrosen fast immer mit Risikofaktoren assoziiert sind, die der Arzt kennen sollte. So treten sie vor allem bei längerer Therapie von über einem Jahr auf. Das Risiko ist außerdem höher, wenn gleichzeitig Glukokortikoide eingenommen werden und wenn die Patienten älter sind als 60 Jahre.

Der wichtigste Risikofaktor scheinen aber invasive Zahnprozeduren zu sein. So hatten in einer kürzlich publizierten Untersuchung 89 Prozent der Patienten, die unter Bisphosphonaten eine Osteonekrose bekommen hatten, vor dem Ereignis einen Zahneingriff.

Allolio empfahl daher, bei Patienten, die eine Bisphosphonat-Therapie bekommen sollen, gegebenenfalls anstehende Zahnsanierungen nicht aufzuschieben. "Sie sollten innerhalb der ersten zwölf Therapiemonate gemacht werden, besser noch vor der Behandlung", so der Experte.

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