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Nach Amsel-Massensterben

Erster Usutu-Infizierter in Deutschland entdeckt

Zum ersten Mal in Deutschland ist das Usutu-Virus im Blut eines Menschen nachgewiesen worden. Es hatte 2011 im Südwesten massenweise Amseln getötet. Auch in diesem Sommer werden stündlich tote Vögel gemeldet.

Veröffentlicht:
Haupteingang des Bernhard-Nocht-Instituts (BNI) für Tropenmedizin. Das BNI hat die Usutu-Infektion eines Hessen bestätigt.

Haupteingang des Bernhard-Nocht-Instituts (BNI) für Tropenmedizin. Das BNI hat die Usutu-Infektion eines Hessen bestätigt.

© Marcus Brandt / dpa

HAMBURG (dpa). Das Virus sei bei einem Blutspender entdeckt worden, als insgesamt 4200 Blutproben auf Antikörper untersucht wurden, sagte der Virologe Privatdozent Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin am 20. August in Hamburg. Der betroffene Mann aus Groß-Gerau (Hessen) habe nach eigenen Angaben keine Symptome der Krankheit gezeigt.

Das aus Afrika stammende Usutu-Virus hatte im vergangenen Sommer im Südwesten Deutschlands zu einem Massensterben von Amseln geführt. Auch in diesem Sommer sterben wieder reihenweise Vögel. Usutu-Viren wurden in Stechmücken (Culex pipiens) in Deutschland gefunden und können auf den Menschen übertragen werden.

Experte warnt vor Panik

Die Blutspenden stammten nach Angaben des BNI alle aus der Ausbruchs-Region zwischen Frankfurt und Freiburg und wurden im Januar dieses Jahres entnommen. Nach Meinung der Experten war die Infektion des Mannes zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange her.

Schmidt-Chanasit warnte davor, den Fund überzubewerten: "Ja, es ist zu einer Infektion gekommen, aber es jetzt ist nicht dramatisch, schließlich ist es nur einer von 4200 - bloß keine Panik", sagte er.

Die Infektion kann nach Angaben des Virologen mit Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschlägen verbunden sein. Bei älteren oder geschwächten Menschen könne das Virus im schlimmsten Fall eine Gehirnentzündung auslösen.

Die Krankheit könne nur über einen Mückenstich übertragen werden, das bloße Anfassen eines erkrankten Vogels reiche nicht aus. Schmidt-Chanasit forderte die Ärzte auf, Proben einzuschicken, wenn Patienten entsprechende Symptome zeigten.

Außerhalb von Afrika waren die Viren erstmals 2001 im Raum Wien aufgetreten, 2009 erkrankten zwei immungeschwächte Patienten in Italien daran.

Vogelsterben auch in diesem Sommer wieder

Auch in diesem Sommer seien im Südwesten bereits tausende Vögel verendet, sagte der wissenschaftliche Leiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) im pfälzischen Waldsee, Norbert Becker.

"Es werden stündlich tote Vögel gemeldet." Betroffen von dem Massensterben sei die Region rund um Neustadt an der Weinstraße und Landau sowie der Rhein-Neckar-Kreis bis in den Kraichgau in Baden-Württemberg.

"Es ist noch schlimmer als letztes Jahr", sagte Becker. Es gebe Gebiete, in denen keine Amsel mehr gesehen werde. Die betroffene Region sei in diesem Jahr "großflächiger" als 2011.

Die Situation sei so dramatisch, weil die Stechmücken bei den derzeitigen Temperaturen optimale Entwicklungsbedingungen hätten. Sein Team und er hätten schon knapp 300 tote Amseln eingesammelt, sagte Becker.

Das Usutu-Virus hatte schon im Sommer 2011 im Dreiländereck Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg Hunderttausende Amseln befallen und getötet. Der Virologe Schmidt-Chanasit ist überzeugt: "Das Virus wird uns noch die nächsten Jahre beschäftigen."

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Kommentare
Rudolf Egeler 21.08.201213:11 Uhr

Usutu-Virus beim Menschen

Es ist wieder mal typisch für die Autoren solcher Untersuchungen:Da werden
zum einen über Übertragungsmöglichkeiten und Erkrankungen beim Menschen
("bis zur Hirnhautentzündung...") berichtet und zum anderen gleich wieder beschwichtigt( nur bei 1 von 4200 ..). Sachliche medizinisch fundierte und
wissenschaftliche Berichte sehen anders aus!

Maximilian Micka 20.08.201222:03 Uhr

Symptome....

Alles schön und gut.... aber,
Wie schaut der Ausschlag in aller Regel aus???

Papeln? Pusteln? Exanthem? Enanthem?

Bitte genauer!


Danke!


Micka

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