Osteoporose

Frakturprophylaxe kommt auch Hochbetagten zugute

KÖLN (miz). Auch Osteoporose-Patientinnen jenseits des 80. Lebensjahres profitieren nach aktuellen Studiendaten von einer medikamentösen Frakturprophylaxe. Sie sollten daher konsequent behandelt werden.

Veröffentlicht: 06.04.2006, 08:00 Uhr

Das hat Professor Franz Josef Jakob aus Würzburg beim Osteologie-Kongreß in Köln gefordert. Die Osteoporosetherapie sollte sich nach neuen Erkenntnissen nicht nur über ein paar Jahre, sondern über einen sehr langen Zeitraum von bis zu 40 Jahren erstrecken. Das hat Jakob auf einem Satellitensymposium des Unternehmens Servier berichtet.

Die Crux: Bisher gebe es nur wenig Langzeitdaten zur medikamentösen Frakturprophylaxe. Nach Angaben von Jakob kommen inzwischen Patientinnen in die Praxen, die nach mehrjähriger Bisphosphonat-Behandlung eine weitere Fraktur erlitten haben. Viele dieser Frauen würden dann zum Beispiel auf Strontiumranelat (Protelos®) umgestellt. Der Nutzen einer solchen Sequenztherapie sei aber noch nicht in Studien nachgewiesen. Bereits gut belegt sei hingegen die Effektivität der Substanz für die Ersttherapie.

In der TROPOS (Treatment of Peripheral Osteoporosis)-Studie hatten auch hochbetagte Osteoporose-Patientinnen während einer Therapie mit Strontiumranelat weniger Wirbelkörperbrüche und weniger periphere Frakturen erlitten als Frauen, die Placebo erhielten. So gab es bei den mit Strontium behandelten 80 bis 100 Jahre alten Frauen im Zeitraum von drei Jahren 32 Prozent weniger vertebrale Frakturen als in der Placebo-Gruppe, erinnerte Professor Andreas A. Kurth aus Frankfurt am Main.

Auch extravertebrale Brüche waren bei den durchschnittlich fast 84 Jahre alten Frauen in der Verumgruppe um über 30 Prozent vermindert. Derzeit werden für die TROPOS-Studie - wie für die SOTI (Spinal Osteoporosis Therapeutic Intervention)-Studie zu Wirbelfrakturen - Fünfjahresdaten erhoben. Das ist ein weiterer Schritt hin zu verläßlichen Langzeitdaten.

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