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Galenus-Preis 2005 für Velcade®

DÜSSELDORF (ple). Es sei die Originalität des bahnbrechenden neuen Angriffspunktes, die das Preiskomitee veranlaßt habe, den Galenus-von-Pergamon-Preis in der Kategorie A dem Krebsmedikament Bortezomib (Velcade®) zuzuerkennen, so der Pharmakologe Professor Björn Lemmer aus Heidelberg. Lemmer ist Vizepräsident der unabhängigen Galenus-Jury aus 13 Wissenschaftlern.

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Die Originalität des Preisträgers von dem Unternehmen Janssen-Cilag, der sich unter neun Mitbewerbern durchsetzte, beruht darauf, daß es auf eine Weise wirkt, wie keines der bisherigen Arzneimittel dies tut: Bortezomib hemmt das Proteasom. Das ist ein Enzymkomplex, der in Krebszellen viel aktiver ist als in gesunden Zellen und sich dadurch als Zielscheibe hervorragend eignet.

Das Proteasom baut im Zellplasma und im Zellkern unerwünschte Eiweißmoleküle zu Fragmenten ab. Solche Proteine können funktionslose oder fehlerhafte Moleküle, Enzyme des Stoffwechsels und Proteine sein, die den Zellzyklus regulieren. Wird das Proteasom gehemmt, leitet dies den programmierten Zelltod, die Apoptose, ein.

Das Medikament ist für Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen. In Deutschland sind derzeit etwa 12 000 Menschen daran erkrankt. Charakteristisch für diese Krebserkrankung ist auch, daß die Myelomzellen übermäßig viel von dem Faktor NF-?B synthetisieren.

Dieses Molekül unterstützt die Vermehrung der Krebszellen und schützt sie darüber hinaus vor der Apoptose. Bortezomib hemmt indirekt durch die Hemmung des Proteasoms auch die Aktivität von NF-?B. Die Folge: Die Krebszellen können sich nicht mehr vermehren. Bortezomib steigert offenbar auch die Empfindlichkeit von Myelomzellen etwa auf andere Zytostatika oder auf eine Bestrahlung.

Wie groß der Nutzen einer Therapie mit Bortezomib ist, belegen die Ergebnisse der größten Studie mit diesem Medikament, der APEX-Studie (Assessment of Proteasome Inhibition for Extending Remissions). Wegen der guten Ergebnisse wurde sie sogar vorzeitig beendet.

Die Zwischenanalyse ergab, daß der primäre Endpunkt der Studie - die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung, im Bortezomib-Arm im Vergleich zum Studienarm mit hochdosiertem Dexamethason - signifikant verlängert wurde. Patienten der Dexamethason-Gruppe wurde daraufhin die Therapie mit Bortezomib angeboten.

Fast 670 Patienten hatten an der Studie teilgenommen. Alle waren bis zu dreimal zuvor erfolglos mit anderen Mitteln behandelt worden. Nach einem Jahr Therapie lebten in der Verumgruppe mit Bortezomib noch 80 Prozent der Patienten, aber nur 66 Prozent der Patienten in der Vergleichsgruppe.

Der Galenus-von-Pergamon-Preis wird alle zwei Jahre verliehen und von der "Ärzte Zeitung" gestiftet. Der Galenus-Preis ist Teil des internationalen Prix Galien.

Lesen Sie dazu auch: Zelltod durch Genvariante Crohn-Ursache auf der Spur

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