Chirurgie

Gallenkoliken - Plädoyer für Op in Akutphase

DÜSSELDORF (skh). Patienten mit Gallenkoliken können in der ersten Woche nach Beginn der Symptome ohne erhöhtes Komplikationsrisiko operiert werden. Zur Diagnose von Steinen im Gallengang, die vor der Cholezystektomie entfernt werden müssen, ist die Endosonographie das empfindlichste Verfahren.

Veröffentlicht: 29.11.2006, 08:00 Uhr

Patienten mit symptomatischem Gallensteinleiden, die in der Akutphase, also innerhalb der ersten sieben Tage nach Beginn der Koliken operiert werden, haben weder eine höhere Sterbe-, noch eine höhere Komplikationsrate als Patienten, die im symptomfreien Intervall operiert werden. Das betonte Professor Wolfram Zoller beim Medica-Kongreß und verwies auf Daten einer US-amerikanischen Metaanalyse von 12 randomisierten Studien (Am J Gastroenteol 99, 2004, 147).

Vor einer offen chirurgischen oder laparoskopischen Cholezystektomie muß jedoch geklärt werden, ob ein Patient auch Steine im Ductus choledochus hat. Darauf weisen die dann stark erhöhten Cholestase-Parameter Bilirubin, alkalische Phosphatase und Gamma-GT, sowie ein im transabdominalen Ultraschall sichtbarer erweiterter Gallengang hin.

Das empfindlichste Verfahren sei jedoch die Endosonographie: Damit würden bei 88 bis 97 Prozent der Patienten mit Cholodocholithiasis die Gallengangsteine auch entdeckt. Zur anschließenden Steinextraktion sei die endoskopische retrograde Choledocho-Pancreaticographie (ERCP) das Standardverfahren und bei über 90 Prozent der Patienten erfolgreich, so Zoller, Gastroenterologe und Ärztlicher Direktor am Katharinenhospital in Stuttgart. Eine präoperative prophylaktische Antibiotikatherapie werde zwar allgemein empfohlen, ihr Nutzen sei aber nicht eindeutig durch Studiendaten belegt.

Ohne Operation bekommen 70 Prozent der Patienten innerhalb von zwei Jahren weitere Koliken, und ein bis zwei Prozent entwickeln pro Jahr ein kompliziertes Gallensteinleiden. Für Patienten, die wegen schwerer Begleiterkrankungen nicht operiert werden können, seien die medikamentöse Therapie mit Ursodesoxycholsäure (UDCA) oder die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie eine Option, so Zoller.

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